21.6.2007 Gerade die direkten Lebensräume von Menschen - ihre Settings, wie es in der Gesundheitsforschung heißt – werden aus dem Blickwinkel der Verantwortlichen bei der Gesundheitsförderung das dominierende Thema mit dem viel versprechensten Ansatz. Allen voran hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Bedeutung der Kommune als Handlungsfeld für die Gesundheitsförderung erkannt und versucht, sie wieder zu beleben.

Sie fördert beispielsweise das Projekt „gesunde Stadt – healthy city“ und fordert Aktivitäten auf der kommunalen Ebene. Das Ziel ist ganz klar gesteckt: In den Städten soll nicht mehr alles verbaut werden, sondern „gesunde Lebensräume“ geschaffen werden. Diese Absicht hat sich auch die Bundesregierung mit ihrem gemeinsamen nationalen Aktionsplan von Bundesgesundheitsministerium und Bundesernährungsministerium gesteckt, der 2008 verabschiedet werden soll. "Bewegung als Handlungsfeld in der Gesundheitsförderung - Anforderung an Forschung und Praxis aus Public Health Sicht“ - unter diesem Leitsatz steht der Hauptvortrag von Prof. Ulla Walter von der medizinischen Hochschule Hannover.

In jüngster Zeit wird die Tendenz zur Umsetzung der politischen Idee "Gesundheitsförderung" auch in der Praxis des Gesundheitssports sichtbar. Bei diesen Bemühungen um eine Veränderung des körperlich-aktiven Lebensstils der Bevölkerung finden zunehmend sozial-ökologische Fragen der Lebensqualität, der Lebensbedingungen und der Lebensgestaltung Berücksichtigung. Durch diese Verschiebung auf eine bewegungsbezogene Gesundheitsförderung stehen Settings wie Schule, Betrieb, Kindergarten und Verein im Mittelpunkt.

Die Settings und die entstandenen Veränderungen sollen im Rahmen der Hamburger Tagung beleuchtet werden. Ganz entscheidend für das veränderte Vorgehen ist auch eine Anpassung der Ansprache der Menschen, denn gerade die Menschen aus sozial schwächeren Schichten sind nur schwer zu erreichen. "Soziale Benachteiligung − ein Thema für die bewegungsbezogene Gesundheitsförderung" – so lautet das Motto einer Podiumsdiskussion mit Vertretern des Gesundheits- und Sportausschusses des Bundestages, der Arbeitsgemeinschaft deutscher Sportämter, Krankenkassen und Vertretern des organisierten Sports.

Mehr Informationen über die Tagung, die in den allgemeinen dvs-Hochschultag eingebunden ist, gibt es hier.