26.4.2007 Seit Anfang des Jahres steht der Rechtsanwalt Manfred Beden der DVGS als Justitiar zur Seite. Als Experte für Arbeits- und Steuerrecht beantwortet er Fragen zu Rechtsthemen, schreibt aber auch allgemeine Hinweise zu wichtigen Themen für das DVGS-Organ B&G.

Seit dem 1. Januar 2007 sind Sie neuer Justiziar beim DVGS für rechtliche Fragen. Schildern Sie uns doch kurz einmal Ihren beruflichen Hintergrund.

Beden: „Ich habe in Köln Jura studiert. Bereits seit 1987 bin ich Rechtsanwalt, eine lange Zeit, in der ich eine Menge wertvoller Erfahrungen sammeln konnte. Damals bin ich dann in eine bestehende Sozietät aus Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern und Rechtsanwälten eingestiegen, woraus dann 1996 die Kanzlei allein mit Rechtsanwälten entstanden ist. Ich selbst bin Fachanwalt für Arbeitsrecht und habe mich auch im Steuerrecht entsprechend weiter gebildet. Unsere Kernkompetenz liegt in der umfassenden Beratung von mittelständischen Unternehmen, aber auch von Arbeitnehmern. Ein weiterer spezieller Themenschwerpunkt ist die Zusammenarbeit mit Non-Profit-Unternehmen mit karitativem oder gesundheitlichem Hintergrund.“

   Wie kam es zum Kontakt mit dem DVGS?

Beden: „Zunächst einmal habe ich persönlich einen starken sportlichen Hintergrund, bin dort immer aktiv gewesen. In meinen jungen Jahren habe ich zunächst Handball und Tennis gespielt, später dann Squash. Darüber hinaus bin ich lange Zeit Fahrrad gefahren, heute laufe ich und spiele Golf, vielleicht ganz gemäß meinem Alter. Als beim DVGS aus Altersgründen ein Wechsel anstand, bin ich angesprochen worden. In den Gesprächen mit dem Vorstand stellte sich dann heraus, dass beide Seiten ein Interesse an der Zusammenarbeit haben, die dann mit Jahresbeginn 2007 verwirklicht wurde. Bei uns in der Kanzlei passte der DVGS bestens in das Spektrum der Beratung, da einer unserer Schwerpunkte in der Arbeit mit Non-Profit-Unternehmen liegt.“

   Können Sie uns einen Schwerpunkt in der Beratung für den DVGS nennen?

Beden: „Ein Dauerbrenner ist das Thema Umsatzsteuer. Es gibt bei uns in Deutschland einige Berufe, wie Ärzte, und Unternehmungen, die von der Umsatzsteuer befreit sind. Im Gesundheitsbereich wurde die Umsatzsteuerbefreiung geschaffen, damit die Krankenkassen, die nach dem Solidargedanken finanziert werden, nicht auch noch mit der Umsatzsteuer belastet werden. Zu den umsatzsteuerbefreiten Berufen gehören mittlerweile auch die Sporttherapeuten, obwohl sie nicht explizit genannt sind. Bei der Sekundär- und Tertiärprävention ist diese Reglung bei den Finanzämtern unumstritten. Schwierigkeiten sind durch die Finanzämter in der Primärprävention entstanden, mit der Krankenkassen schon bei gesunden Menschen für Vorsorge sorgen wollen. Hier wird die Befreiung häufig nicht anerkannt. In diesem Bereich leisten wir Beratung, entweder direkt oder in allgemeinen Tipps über die DVGS-Zeitschrift B&G.“

   Wo besteht noch Beratungsbedarf?

Beden: „Die Vielfalt der Anfragen ist groß. Es kommen immer wieder Fragen zum Arbeitsrecht, bei Kündigungen, zu Verträgen. Viele Sporttherapeuten sind freie Mitarbeiter. Hier entsteht die Frage, sind das nun verkappte Fest-Anstellungen oder ist alles in Ordnung? Fragen zu Elternzeit oder zur Sozialversicherungspflicht tauchen auf, alles Dinge, die nicht unbedingt typisch für einen Sporttherapeuten sind, aber die für DVGS-Mitglieder natürlich immense Bedeutung haben. In manchen Fälle führt der DVGS auch einmal einen Musterprozess, um eine Grundsatzklärung herbeizuführen, wie es derzeit geschieht.“
 
   Wie erfolgt die Beratung?

Beden: „Eine Voraussetzung zur Beratung ist die Mitgliedschaft im DVGS, nur dann springen wir ein. Es bestehen zwei Möglichkeiten der Kommunikation. Der Kontakt kann dann direkt über uns per e-Mail, per Telefon oder auch als schriftliche Anfrage per Brief erfolgen und wir leisten dann die Beratung sofort. Oder die Anfragen erfolgen über die DVGS-Geschäftsstelle. Von dort werden die Hilfesuchenden dann an uns weiter geleitet. Unsere Erfahrungen lassen wir auch in allgemeine Artikel für die Mitglieder-Zeitschrift des DVGS und demnächst auch das Internet einfließen.