03.04.2008

Die Menschen in Deutschland werden einerseits immer übergewichtiger, andererseits aber auch immer älter. Für beide Bereiche hat die Bedeutung von Sport und Bewegung immer mehr zugenommen: Im ersten Fall im Kampf gegen die gesundheitsbelastenden Pfunde bei zu viel Körpergewicht, im zweiten Fall, um durch eine bessere körperliche Fitness ein Mehr an Lebensqualität zu bekommen. Das Thema „lebenslanges gesundheitsförderliches Sporttreiben“ steht im Mittelpunkt der Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs), Kommission Gesundheit, am 10. und 11. April 2008 in Bad Schönborn bei Karlsruhe, die von dem Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS) mit veranstaltet wird. Das Ziel „Sport und Bewegung für alle Lebensaltersstufen“ und eine entsprechende Lebensführung werden von vielen gesellschaftlichen Gruppen, nicht zuletzt der Politik, verstärkt propagiert. Wie diese beiden Ziele in den einzelnen Lebensumfeldern - den Settings - am besten umgesetzt werden können, darauf will Bad Schönborn durch aktuelle Forschungsergebnisse Antworten geben.

Schon die vier Hauptvorträge geben einen Einblick in das Spektrum des lebenslangen Sporttreibens. Zunächst befasst sich Prof. Dr. Klaus Willimczik von der Universität Bielefeld in seinem einleitenden Vortrag mit dem Hauptmotto: „Ein Leben lebt man lebenslang. Sport und Gesundheit in der Lebensspanne“. Aber die drei weiteren Vorträge umreißen dann das gesamte Gebiet: Prof. Dr. Ulrike Ungerer-Röhrich (Universität Bayreuth) mit dem Beitrag „Früh übt sich! Förderung von Gesundheit und Bewegung im Kindesalter“, Prof. Dr. Walter Brehm (ebenfalls Bayreuth) unterm dem Motto „Gesundheits- und Fitness-Sport als Ressource für Erwachsene“ und Prof. Dr. Heinz Mechling von der Universität Bonn zu „‚Training for ever!‘ - Zur körperlichen und kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter“ .

Gerade ältere Menschen rücken verstärkt in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat sich diesen Aspekten in den letzten Wochen zugewandt. Die Ministerin plädiert entgegen dem bisherigen Trend wieder für eine höhere Erwerbsbeteiligung von Älteren. Ein auf drei Jahre angelegtes Bundesprogramm soll dem demographischen Wandel Positives abgewinnen und das ehrenamtliche Engagement der Senioren fördern.

Gerade unter diesem Blickwinkel „Alter und Älterwerden“ sind Sport und Bewegung unerlässlich, denn körperliche Bewegung fördert auch die geistige Beweglichkeit, wie neue wissenschaftliche Erkenntnis belegen. Diese wird Prof. Mechling auch auf einer Pressekonferenz am 10. April 2008 in Bad Schönborn vorstellen.