18.04.2008

Die Qualitätsanforderungen an gesundheitsorientierte Bewegungsangebote werden zukünftig weiter zunehmen. Diese klare Schlussfolgerung konnte aus der Jahrestagung der Kommission Gesundheit in der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) Anfang April in Bad Schönborn gezogen werden, die gemeinsam mit dem Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie umgesetzt wurde. „Sportbezogene Angebote in der Gesundheitstherapie müssen theoriegeleitet, evidenzbasiert und mit hohem Qualitätsanspruch umgesetzt werden“, macht Prof. Dr. Klaus Pfeifer (Universität Erlangen) als 2. Vorsitzender des DVGS nach dem 2-tägigen Kongress deutlich.

Bad Schönborn hatte sich zum Ziel gesetzt, alle Facetten der Bewegungsangebote aufzugreifen. „Sport und Gesundheit in der Lebensspanne“ lautet der Titel, angefangen bei Aspekten für Schwangere bis hin zum Sport und Bewegung beispielsweise als Sturzprophylaxe für Hochaltrige.

Die Tagung zeigte auch, dass die Zahl von Bewegungsangeboten in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist. Insgesamt lagen den Veranstaltern über 80 Anmeldungen  vor, die in der Fülle in den Arbeitskreisen gar nicht alle vorzustellen waren. Erstmals konnten Wünsche nicht erfüllt werden. „Die Tagung war insgesamt ein voller Erfolg, mit einem bunten und breiten Themenspektrum. Die gesamte Spannbreite von Gesundheit und Bewegung kam zum Ausdruck“, meinte Prof. Pfeifer.  Fast 180 Wissenschaftler und Sport-und Bewegungstherapeuten hatten den Weg  nach Baden gefunden.

Durch die Ausweitung und Vielfalt der Angebote wachsen auch die Ansprüche, die durch die Kostenträger wie Sozialversicherungen an die Bewegungstherapie in Prävention und Rehabilitation gerichtet werden. Die Deutschen Rentenversicherung hofft auf mehr Evidenz durch die Forschung, um in der Rehabilitation zielgerichteter bei Nachhaltigkeit, Umfang und verhaltensbezogenen Konzepten vorgehen zu können, wie es Silke Brüggemann von der DRV in einem Gastvortrag formulierte. Aus ihrer Sicht ist der Forschungsstand eher unbefriedigend.

Gerade die Ansprache der verschiedenen Zielgruppen wird immer wichtiger für die Zukunft.  „Wir wissen ganz klar, dass Bewegung Wirkung zeigt. Nur:  Die Menschen, die es am nötigsten haben, tun es nicht“, meinte Prof. Dr. Klaus Bös (Universität Karlsruhe) in Bad Schönborn.