15.02.2010 Für die Entstehung von körperlichen Krankheiten gibt es unterschiedliche Gründe. Neben genetischen, bakteriologischen oder virologischen Gründen, spielt auch immer häufiger die Psyche eine Rolle. So wurde in den letzten Jahren eine Zunahme von psychosomatischen Diagnosen beobachtet. Auch in Beratungsgesprächen kommen immer häufiger Kombinationen von medizinischen und psychologisch-psychotherapeutischen Behandlungsformen zur Anwendung. Dies hat für die Sport- und Bewegungstherapie weitreichende Konsequenzen: Die Arbeit muss hinsichtlich des Stellenwertes, ihrer Ziele, dem methodisch-didaktischen Vorgehen und der praktischen Durchführung überprüft werden.

Sport- und Bewegungstherapeuten benötigen grundlegende psychosoziale Kenntnisse und Kompetenzen, die direkt und konkret auf die sport- und bewegungstherapeutische Praxis bezogen werden können. Die Veranstaltung „Psychosoziale Kompetenzen in der Bewegungs- und Sporttherapie“ fördert neben der Vermittlung dieser  Schlüsselkompetenzen, psychosoziale Selbst- und Patientenwahrnehmung, Copingstrategien, sporttherapeutische Gestaltung gruppendynamischer Prozesse, Kommunikation und Verhaltensmodifikation. Der Erwerb derartiger Schlüsselkompetenzen geht oftmals über die Möglichkeiten des Kompetenzerwerbs an Fachschulen und an Hochschulen hinaus. Aus diesem Grund werden entsprechende Inhalte in die curriculare Weiterbildung der „Grundlagen der Sporttherapie“ des DVGS eingeführt.

Arbeitet die  Sport- und Bewegungstherapie mit störungs- und indikationsübergreifenden psychologischen Wirkmechanismen, zeigen aktuelle Forschungsergebnisse Erfolge in der therapeutischen Veränderung. Dauerhafte und wirksame Verhaltensänderungen sind zu erwarten, wenn es gelingt, Patienten zu ehrlichen Auseinandersetzung mit bisherigen symptomförderlichen Verhaltensgewohnheiten zu veranlassen und sie zu realistisch-erfolgreichen Alternativen zu bewegen.

Die Sporttherapeuten und Referenten des Seminars Gerhard Rügauf und Martin Schley wissen, dass „eine positive Einflussnahme auf das psychische Geschehen, wie es über Sport und Bewegung besonders gut möglich ist, auch positive körperliche Resultate zeigt“. Insbesondere sollte der Sport- und Bewegungstherapeut in der Lage sein, therapeutische Effekte seines Handelns in eine nachhaltige Verhaltensänderung münden zu lassen. Nach dem Seminar sollten die Teilnehmer deshalb „über das theoretische Rüstzeug und das entsprechende praktische Handlungsrepertoire, insbesondere aus dem reichhaltigen Angebot der modernen Sport- und Bewegungskultur, verfügen, welches es ihnen ermöglicht, in reflektierter Weise den Kunden-Klienten-Patienten in die intendierte gelingende wohladaptive Veränderung zu führen.“ Dabei spielen professionelle therapeutische Kommunikationsformen ebenso eine Rolle wie die Fähigkeit, in sehr verschiedenen sport- und bewegungstherapeutischen Situationen und auf sehr verschiedene Ansprüche hin adäquat reagieren zu können.

Das mit 25 UE angesetzte Seminar findet vom 18.- 20.März 2010 in Heidelberg statt und kostet 297,50 € inkl. 47,50 MwSt. Eine Anmeldung ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich.