© DIMDI 2016 (http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icf/Die ICF (Deutsch: Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert folgende „Komponenten von Gesundheit“ [1]: Körperfunktionen, Körperstrukturen, Aktivitäten und Partizipation (Teilhabe) sowie Umweltfaktoren. Ebenfalls enthalten ist die Komponente der so genannten personbezogenen Faktoren, welche aber in der ICF nicht klassifiziert sind. Die personbezogenen Faktoren werden definiert als „(…) der spezielle Hintergrund des Lebens und der Lebensführung eines Menschen und umfassen Gegebenheiten des Menschen, die nicht Teil ihres Gesundheitsproblems oder -zustands sind“ ([2], S. 22). In der ICF heißt es weiterhin: „Diese Faktoren können Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Alter, andere Gesundheitsprobleme, Fitness, Lebensstil, Gewohnheiten, (…), individuelles psychisches Leistungsvermögen und andere Merkmale umfassen, die in ihrer Gesamtheit oder einzeln bei Behinderung auf jeder Ebene eine Rolle spielen können“ ([2], S. 22).

In Deutschland existiert bei der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) eine Arbeitsgruppe ICF, welche im Jahr 2010 einen Entwurf für eine Aufstellung personbezogener Faktoren präsentierte [3]. Seitdem hat die Arbeitsgruppe die Diskussion zu diesem Thema weiter vorangetrieben [4]. Für einen solchen Entwurf ist der nächste Schritt eine entsprechende Validierung.

In einem aktuellen Beitrag der Fachzeitschrift „Gesundheitswesen“ (Georg Thieme Verlag KG: Stuttgart) wurde eine solche Validierung nun im Bereich der Brustkrebsrehabilitation in Deutschland durchgeführt. In einem so genannten Delphi Verfahren wurden hierfür 21 Experten aus 8 Rehabilitationskliniken befragt, darunter Pflegekräfte, Ärzte, Therapeuten und Psychologen, welche Erfahrung in der Brustkrebsrehabilitation haben. Ebenfalls befragt wurden Betroffene aus zwei bundesweiten Selbsthilfegruppen [5].

Im Ergebnis betrachten die AutorInnen den Entwurf der DGSMP-Arbeitsgruppe als validiert und empfehlen, ihn in Zukunft zu nutzen um personbezogene Faktoren zu erheben und dies in der Begutachtung von Betroffenen im Rahmen der Reha zu verwenden [5].

Zu einer detaillierteren Zusammenfassung des Beitrags im „Gesundheitswesen“ geht es hier: www.thieme-connect.de

Referenzen:
[1] Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). ICF. Abgerufen am 30.08.2016 unter www.dimdi.de
[2] WHO (2005). ICF. Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit. Stand Oktober 2005. Genf: World Health Organization.
[3] Grotkamp, S., Cibis, W., Behrens, J.P. et al. (2010). Personbezogene Faktoren der ICF – Entwurf der AG „ICF“ des Fachbereichs II der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP). Gesundheitswesen, 72, 908-916.
[4] Grotkamp, S., Cibis, W., Nüchtern, E. et al. (2012). Personbezogene Faktoren der ICF – Beispiele zum Entwurf der AG „ICF“ des Fachbereichs II der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP). Gesundheitswesen, 74(7), 449-458.
[5] Rapp, R.S., Queri, S. (2016). Validierung von Personbezogenen Faktoren im Bereich der onkologischen Brustkrebsrehabilitation – eine Delphi-Befragung auf nationaler Ebene. Gesundheitswesen, doi: 10.1055/s-0042-100616;

 

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