Weltgesundheitsorganisation und Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS kooperieren bei der Übergewichtsprävention

Im Rahmen einer Festveranstaltung im Kaminsaal des Bremer Rathauses wurde die Ernennung des BIPS zum WHO Collaborating Centre gefeiert (v.l.: Hildegard Westphal – Leibniz-Gemeinschaft, Wolfgang Ahrens – BIPS, Eva Quante-Brandt – Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz, Iris Pigeot – BIPS, João Breda – WHO, Ute Winkler – Bundesministerium für Gesundheit, Andreas Breiter – Universität Bremen; Bild: Nils Ehrenberg).Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS eine große Ehre zuteilwerden lassen – die Ernennung zum WHO Collaborating Centre for Obesity Prevention, Nutrition and Physical Activity. Als Kollaborationszentren wählt die WHO wissenschaftliche Einrichtungen aus, die die fachliche Arbeit der WHO unterstützen. Der internationale Kreis der Collaborating Centres, zu denen das BIPS als einzige Einrichtung im Land Bremen nun zählt, berät die WHO, sammelt und analysiert Daten und hilft bei der Entwicklung internationaler Gesundheitsrichtlinien.

„Die Ernennung des BIPS zum WHO Collaborating Centre for Obesity Prevention, Nutrition and Physical Activity ist zuallererst eine Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen seiner Beschäftigten und der daraus erwachsenen hohen internationalen Sichtbarkeit des Instituts. Doch sie ist nicht nur eine Auszeichnung. Vielmehr eröffnet die Ernennung für das BIPS ganz neue Möglichkeiten für den Wissenstransfer in die Politik und in die Gesellschaft“, sagt die Direktorin des BIPS, Prof. Dr. Iris Pigeot. „Als Collaborating Centre bekommt das BIPS nun verstärkt die Möglichkeit, seine hervorragende Expertise in der Prävention des kindlichen Übergewichts direkt und aktiv in Maßnahmen der WHO zur Eindämmung der Übergewichtsepidemie einzubringen und die Erarbeitung von Stellungnahmen und international gültiger Handlungsempfehlungen zu unterstützen"

Die Themenschwerpunkte der künftigen Kooperation zwischen WHO und BIPS – Übergewichtsprävention, Ernährung und körperliche Aktivität – sind im Verantwortungsbereich von Dr. João Breda angesiedelt. Er ist bei der WHO Manager des Programmbereichs Nutrition, Physical Activity and Obesity und hat das BIPS im Antragsprozess ganz wesentlich unterstützt. „Das BIPS gehört zu den führenden Forschungseinrichtungen seines Faches in Europa“, sagt João Breda. „Genau das ist der Grund für die Ernennung zum WHO Collaborating Centre – wir wollen mit den Besten zusammenarbeiten.“

Mit dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS liegt nun eines der 25 deutschen WHO Collaborating Centres im Land Bremen. Die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz Prof. Dr. Eva Quante-Brandt war Gastgeberin der Festveranstaltung im Bremer Rathaus und zeigte sich sehr erfreut: „Es ist eine herausragende Leistung, dass das BIPS nun Kollaborationszentrum der WHO ist. Das unterstreicht die wissenschaftliche Leistung des Instituts und stärkt den Gesundheitsstandort Bremen“, sagt die Senatorin. Wie immer sei ein solcher Erfolg vielen Beteiligten zu verdanken. „Mein Dank geht an die WHO, aber auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts. Ohne sie wäre eine solche Ernennung nicht möglich gewesen.“

Von den 91 Forschungseinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft hat mit dem BIPS nun neben dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg und dem Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der Technischen Universität Dortmund (IfADo) ein drittes Institut der Gemeinschaft den Status eines WHO Collaborating Centres inne. „Ich freue mich für unser Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS über die Ernennung zum WHO Collaborating Centre und gratuliere im Namen der Leibniz-Gemeinschaft sehr herzlich“, sagt der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner. „Sie ist auch ein Beleg der kooperativen Wissenschaft und Stärke der Leibniz-Institute, in und für die Gesellschaft zu forschen, zu wirken und zu beraten – immer im Sinne der Sache und weit über Ländergrenzen hinweg.“

Hintergrund WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf. Sie wurde am 7. April 1948 gegründet und zählt 194 Mitgliedsstaaten. Sie ist die Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen. Die Hauptaufgabe der WHO ist die Bekämpfung von Erkrankungen, mit besonderem Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten, sowie die Förderung der allgemeinen Gesundheit unter Menschen auf der Welt. Die Geschäfte der WHO werden durch deren Hauptorgane, die Weltgesundheitsversammlung, den Exekutivrat sowie das Sekretariat wahrgenommen. Das Sekretariat der WHO setzt die Aktivitäten der Weltgesundheitsorganisation um. Es hat sein Hauptbüro in Genf sowie sechs Regionalbüros in den verschiedenen Regionen der Welt. Das Regionalbüro Europa hat seinen Sitz in Kopenhagen.

Hintergrund WHO Collaborating Centres

Forschungsinstitute sowie Teile von Universitäten oder Akademien, welche die Arbeit der WHO unterstützen möchten, können nach einem Antragsverfahren von der Generaldirektorin/ dem Generaldirektor der WHO zu Kollaborationszentren ernannt werden. Aktuell gibt es weltweit 820 Collaborating Centres in mehr als 80 Mitgliedsstaaten. Diese kooperieren mit der WHO in den Bereichen Gesundheits- und Krankenpflege, Arbeitsmedizin, Infektionskrankheiten, Ernährung, psychische Gesundheit, chronische Erkrankungen und Gesundheitstechnologie. In Deutschland gibt es derzeit 25 Kollaborationszentren der WHO.

Auf dem Foto: Im Rahmen einer Festveranstaltung im Kaminsaal des Bremer Rathauses wurde die Ernennung des BIPS zum WHO Collaborating Centre gefeiert (v.l.: Hildegard Westphal – Leibniz-Gemeinschaft, Wolfgang Ahrens – BIPS, Eva Quante-Brandt – Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz, Iris Pigeot – BIPS, João Breda – WHO, Ute Winkler – Bundesministerium für Gesundheit, Andreas Breiter – Universität Bremen; Bild: Nils Ehrenberg).

Text und Foto: Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS

Kommentar seitens des DVGS

Am Vortag des Festaktes in Bremen fand ein Treffen des DVGS e.V. mit Vertretern des BIPS und des Institutes für Sportwissenschaft und Sport der Universität Erlangen statt.
Gesprächsinhalt war die Möglichkeit einer gemeinsamen Kooperation zur Verbesserung der körperlichen Aktivität und Bewegung sowie Reduzierung sitzenden Lebensstils  für Kinder und Jugendliche.
Basis einer Kooperation sind die derzeitigen Förderprojekte der Gesprächsteilnehmer.