jan winrothIm Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung können andere Länder viel von Schweden lernen. In dem skandinavischen Land wird die Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsvorsorge als wichtige Stütze des Berufslebens anerkannt. Daher nimmt Schweden in der praktischen Umsetzung eine Vorreiterstellung ein. Diese positive Entwicklung hat Dr. Jan Winroth, aktives Mitglied des International Institute for Health Promotion (IIHP), auf dem IIHP-Kongress in Schweden Mitte Juni beschrieben. Das IIHP hat das übergeordnete Ziel, den Bereich der Gesundheitsförderung weltweit zu fördern und zu vernetzen.

Dr. Winroth kommt von der schwedischen University West und ist ein wichtiger Mitstreiter in Sachen Gesundheitsförderung. Schon seit Jahren versucht Dr. Jan Winroth in seinem Land, die Interessen des IIHP voranzutreiben. Vor seiner Anstellung an der Universität arbeitete Jan Winroth 14 Jahre als Fachmann für betriebliche Gesundheitsförderung bei Vattenfall.

Sie waren der Gastgeber des ersten europäischen IIHP-Treffens an Ihrer „Universität West“ in Schweden vom 10. bis zum 12. Juni 2009. Sind Sie mit den Ergebnissen der Tagung zufrieden? Was war am wichtigsten für Sie?

Jan Winroth: Ich bin mit den Ergebnissen der Tagung sehr zufrieden. Ich denke, dass die gesamten Diskussionen über Gesundheitsförderung, die betriebliche Gesundheitsförderung und anderen Themen wie Abschlüsse, Trainings und Weiterbildungen von verschiedenen Blickwinkeln heraus betrachtet, wichtig sind. Wir haben alle unterschiedliche Hintergründe und Erfahrungen. Gerade weil wir auch aus verschiedenen Ländern kommen, können wir voneinander lernen und herausfinden, was unsere Gemeinsamkeiten sind und welches die spezifischen, individuellen Merkmale. Bei dem jetzigen Treffen konnten wir weitere Fortschritte zusammen machen. Wir haben uns nicht nur ausgetauscht, sondern sind konkreten Maßnahmen einen Schritt näher gekommen. So haben wir die Absicht, eine „Summer School“ auf der gemeinsamen inhaltlichen Ausarbeitung in Kooperation mit allen IIHP-Teilnehmern zu veranstalten.

Was passiert an IIHP-Aktivitäten in Schweden?

Jan Winroth: Das IIHP ist in Schweden nicht so bekannt – aber mithilfe von verschiedenen Netzwerken, zu denen ich gehöre, arbeite ich daran. Aber im Sinne des IIHP wird bereits viel in Schweden umgesetzt. Wir haben eine starke Tradition die berufliche Gesundheitsförderung und Sicherheit am Arbeitsplatz betreffend, und wir engagieren uns stark in einem Bereich, den wir “Friskvård” nennen. Der Fokus dort liegt auf einem gesunden Lebensstil. Ich denke, dass auch für die Unternehmensführungen die Verbindung von organisatorischen Inhalten und der Gesundheit in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen hat.

Was kann die Zukunft bringen? Sollte es standardisierte Abschlüsse geben?

Jan Winroth: In Zukunft müssen wir zeigen und ein besseres Verständnis dafür bekommen, welchen Gewinn es für Organisationen bedeuten kann, in die betriebliche Gesundheitsförderung zu investieren. Eventuell würden dabei europaweit standardisierte Abschlüsse helfen, aber zuvor muss es intensive Diskussionen darum geben. Die Lebensverhältnisse und kulturellen Bedingungen in den Ländern sind sehr verschieden und so müssen vielleicht auch unterschiedliche Techniken und Strategien angewandt werden, um die Ziele zu erreichen.  

Sie sind ein sehr aktives IIHP-Mitglied: Warum sind Organisationen wie das IIHP so wichtig?

Organisationen wie das IIHP sind und werden sehr wichtig in unserer globalisierten Welt. Durch die jedem Land eigenen Strukturen sollten wir gut voneinander lernen. Im Bereich der Gesundheitsförderung können wir sowohl im theoretischen wie auch im praktischen Bereich einander helfen. Ich persönlich finde es sehr inspirierend, IIHP Mitglieder aus anderen Ländern zu treffen, und mich mit Ihnen auszutauschen.

In welchen Bereichen und mit welchen Schwerpunkten arbeiten Sie in Schweden?

Mein persönlicher Schwerpunkt im Bereich der Gesundheitsförderung liegt in der Ausbildung. An meiner Universität gibt es einen Bachelor-Studiengang zur Gesundheitsförderung und auch Kurse, die sich mit verschiedenen Zielgruppen wie Managern, Betriebsleitungen oder Gesundheitsmitarbeitern in der betrieblichen Gesundheitsförderung beschäftigen. In geringem Ausmaß berate ich auch außerhalb der Universität auf dem Feld der Gesundheitsförderung.

Anmerkung Red.: Für Interessenten des Segments „Work Place Health Promotion“ im Ausland, bietet der Deutsche Verein für Gesundheitssport (DVGS) mit dem EIIHP international Lehrgänge und internationale Abschlüsse an.