DVGS-Blog

Dez 04 2017
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(3 Stimmen)

von Dr.Yorgi Mavros, PhD. Lecturer, University of Sydney
Twitter: @dryorgimavros
(Übersetzung: Isabel Schneider, M.A.)

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des British Journal of Sports Medicine. Der englischsprachige Originaltext ist im dortigen Blog erschienen:
http://blogs.bmj.com/bjsm/2017/11/27/resistance-training-underutilised-drug-available-everybodys-medicine-cabinet/?utm_campaign=shareaholic&utm_medium=twitter&utm_source=socialnetwork

Je älter wir werden, desto mehr verlieren wir an Muskelmasse, nämlich rund 1% pro Jahr. Noch schlimmer allerdings ist der Kraftabbau, der noch etwa dreimal schneller vonstatten geht1. Die Konsequenzen dieses Kraftverlustes sind gravierend, denn zwischen nachlassender Muskelkraft und einem steigenden Demenzrisiko2, einem grösseren Pflegebedarf und einer erhöhten Sterblichkeitsrate3 besteht ganz offensichtlich ein Zusammenhang. Sollten wir dies als gottgegeben hinnehmen, oder gibt es eine Möglichkeit, diesen Prozessen vorzubeugen, sie gar umzukehren oder den altersbedingten Abbau zumindest zu velangsamen?

Nov 15 2017
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(26 Stimmen)

Mit dem G-Weg® zurück in ein bewegtes Leben

Die markierten Felder helfen bei der Orientierung. Der G-Weg® verbessert so das Gangbild und verhilft dem Übenden zu mehr Stabilität und Mobilität.Ein Sturz im Alter kann schwere Folgen haben - bis hin zur Isolation des Einzelnen. Gerade im Pflege- und Rehabereich wird deutlich, dass ein gezieltes Training Stürzen vorbeugen und dem Betroffenen helfen kann, seine Beweglich- und Selbstständigkeit zurück zu erlangen. Als ein neues, nachweislich effektives therapeutisches Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe und Verbesserung des Gangbildes bei Senioren, Hochbetagten, Schlaganfall-Betroffenen und Menschen mit Demenz feierte der von Spomobil® e.V. entwickelte G-Weg® auf der Fachmesse für Rehabilitation, Pflege, Prävention und Integration 2014 (Rehacare) Premiere.

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(16 Stimmen)

Die Digitalisierung und Technologisierung der Arbeitswelt schreitet immer weiter voran. Häufig wird von den Mitarbeitern nicht einmal das von der WHO geforderte tägliche Mindestmaß von 30 Minuten mäßig intensiver Bewegung an fünf Tagen in der Woche erreicht (Höss-Jelten, Maier & Dolp 2014, S. 5).

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (2011) geht davon aus, dass alleine in Deutschland 17 Millionen Arbeitnehmer sitzende Tätigkeiten im Büro ausüben. Werden zusätzlich Arbeitnehmer aus der industriellen Fertigung sowie Lkw-, Bus- und Lokführer berücksichtigt, ist von ca. 22 Millionen Arbeitnehmern auszugehen, die sitzend arbeiten. Durchschnittlich verbringt ein Büroarbeiter im Laufe seines Berufslebens ca. 80.000 Stunden im Sitzen (BAUA 2011, S. 5).

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Originalpublikation

McGuckin T, Sealey R, Barnett F. Planning for sedentary behavior interventions: office workers` survey and focus group responses. Perspect Public Health. 2017; doi: 10.1177/1757913917698003
Abstract übersetzt aus dem Englischen, Kapitel „Ergebnisse“ ergänzt um Inhalte aus dem Artikel, von S. Peters

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(25 Stimmen)

Die Menschen bewegen sich zu wenig. Das ist ebenso alarmierend, wie wohl bekannt. 4 von 5 Erwachsenen in Deutschland sind weniger als 2,5 Stunden in der Woche körperlich aktiv [1]. Aktuelle Bewegungsempfehlungen sind freilich spezifischer und empfehlen z. B. auch 2 mal Krafttraining in der Woche [2]. Wieviel Deutsche dieser Empfehlung nachkommen ist unklar. Zwar ist Deutschland einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte zufolge der größte Fitnessmarkt Europas [3], aber genaue Zahlen für Teilnahme und Umfang des in der Bevölkerung durchgeführten Krafttrainings existieren hier nicht. In anderen westlichen Ländern haben diejenigen, die überhaupt Krafttraining machen, an der Bevölkerung einen Anteil zwischen 10 und 30% (zusammenfassend [4]). Die konkreten Empfehlungen erfüllen womöglich weniger Leute. In einer Studie von Loustalot et al. [5] aus den USA waren es nur 6% der Befragten, die den Krafttrainingsempfehlungen nachkamen.

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(9 Stimmen)

Was sind Muskelkrämpfe und wer bekommt sie?

kraempfeEin Muskelkrampf bezeichnet die plötzliche, unwillkürliche und schmerzhafte Kontraktion eines Muskels oder eines Teils eines Muskels und kann von wenigen Sekunden bis zu einigen Minuten andauern [1]. Häufig treten Muskelkrämpfe nach erschöpfender, physischer Belastung (z.B. nach einem Marathon), während der Schwangerschaft oder im Zusammenhang mit Neuropathien, Störungen der Motoneuronen und metabolischen Erkrankungen auf. Muskelkrämpfe bekommen aber auch gesunde Menschen ohne Krankheitsgeschichte und in ausgeruhtem Zustand, insbesondere im Schlaf [2]. Auch scheint ein positiver Zusammenhang von Krampfwahrscheinlichkeit und Lebensalter zu existieren, so berichten 40% von 86 befragten Menschen im Alter von über 65 Jahren über 3 mal pro Woche an Krämpfen zu leiden [3].  Am häufigsten treten Krämpfe in der Muskulatur der unteren Extremität, allen voran im M. triceps surae und der Fußmuskulatur, auf [2].

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(13 Stimmen)

von Matthias Dreher

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel sind „spezifische Lebensmittel bzw. Kombinationen bestimmter, isolierter, aufbereiteter sowie hochkonzentrierter Mikro- und / oder Makronährstoffe, die in wissenschaftlich festgelegtem Mischungsverhältnis zueinander stehen und speziell nach gezielten Kriterien zusammengesetzt sind, um besondere Ernährungsanforderungen zu erfüllen“, definiert. (Diedrich, 2002, S.15). Die Präparate können in Form von z. B. Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen und anderen ähnlichen Darreichungsformen, Pulverbeuteln, Flüssigampullen, Flaschen mit Tropfeinsätzen und ähnlichen Darreichungsformen von Flüssigkeiten und Pulvern zur Aufnahme in abgemessenen kleinen Mengen eingenommen werden und somit nahezu jede Art, Form und Konsistenz einnehmen (BVL, 2017). Dazu gehören unter anderen Vitamine, Mineralien, Aminosäuren und viele weitere Produktarten (National Institute of Health, 2013).  
Nahrungsergänzungsmittel sind kommerziell und ohne Rezept erwerblich und werden zusätzlich zur normalen Ernährung eingenommen. Die Werbeversprechen sind jedoch immer die gleichen und zielen grundsätzlich auf die Verbesserung des Gesundheitsstatutes, der Steigerung der kognitiven und körperlichen Leistungsfähigkeit, eine höhere Energieaufnahme, Gewichtsverlust und weitere gern gehörte Effekte ab (Knapik et. al. 2015).

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(19 Stimmen)

Vor kurzem ist das neue, einflussreiche Positionspapier der ADA zu körperlicher Aktivität und körperlichem Training erschienen. Dies sind die konkreten Empfehlungen (wörtlich übersetzt gemäß [1]):

Sedentäres Verhalten verringern ([1], S. 2066):

  • Alle Erwachsenen, speziell Personen mit Typ 2 Diabetes, sollten das Ausmaß an Zeit verringern, welches Sie täglich mit sedentärem Verhalten zubringen.
  • Längeres Sitzen sollte alle 30 Minuten mit Einheiten leichter Aktivität unterbrochen werden zur Verbesserung der Blutzuckersituation, zumindest bei Personen mit Typ 2 Diabetes.
  • Die beiden genannten Empfehlungen sind als zusätzlich zu betrachten und stellen damit keinen Ersatz dar für eine Erhöhung des Ausmaßes von strukturiertem körperlichen Trainings und von Bewegung, die nebenbei geschieht.
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In der kommenden Ausgabe der Zeitschrift Bewegungstherapie und Gesundheitssport liefern Prof. Gerhard Huber und Max Köppel aus Heidelberg ein Update zu Typ 2 Diabetes, körperlicher Aktivität und molekularen Wirkmechanismen*. Hier drucken wir erste Auszüge:

Nach Angaben der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS1, 2008–2011) wurde bei 7,2% der Erwachsenen in Deutschland zwischen 18 und 79 Jahren jemals ein Diabetes diagnostiziert [4]. (…) Die Dunkelziffer wird je nach Untersuchungsmethode auf weitere 2-7 % geschätzt. Allerdings zeigen diese Daten eine erhebliche Varianz. In regionalen Surveys liegt die Diabetesprävalenz zwischen 5,8% und 12% [5]. In einer Krankenkassenstichprobe von über 300 000 Versicherten wurden 9,8% über mindestens drei Quartale Antidiabetika verordnet. Unbestritten ist die Zunahme allein schon durch den demographischen Wandel. In der Altersgruppe zwischen 70 und 79 Jahren liegt die Prävalenz bei 22% [6].(…)

Sep 30 2016
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Stefan Peters, Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS) e.V.

“Möglich, dass sie wirksam sind, aber es besteht keine überzeugende Evidenz nach 47 Jahren der Forschung”. So urteilt eine kürzlich veröffentlichte Übersichtsarbeit über Rückenschulen [1], die auch gleich von der Ärztezeitung aufgegriffen wurde [2]. Das sollte man sich genauer anschauen.

Dass sich die Forschung um das Thema Rückenschule kümmert, macht Sinn! In der generellen Sichtweise von Rückenschmerzen und damit natürlich auch in Prävention und Behandlung hat sich in den letzten Jahrzehnten viel verändert. Rückenschulen wurden dabei immer wieder kritisch unter die Lupe genommen. Vor knapp 20 Jahren (1987) schrieben Linton und Kamwendo in der Fachzeitschrift Physical Therapy, dass die Literatur “wenig Unterstützung bietet für den Gedanken, das seine Rückenschule Variablen beeinflussen kann wie Inanspruchnahme des Gesundheitssystems, Arbeitsstatus, Schmerzintensität und -dauer (…)” [3]. In Deutschland wurde Rückenschulen insbesondere nach einem Health Technology Assessment von Lühmann und Kollegen im Jahr 1997 [4] mangelnde Evidenz bescheinigt und 2001 schrieben Maier-Riehle und Härter als Fazit einer Metaanalyse: “Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Konzept von Rückenschulen verbessert und systematisch re-evaluiert werden sollte“ [5].

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