Die Frage der finanziellen Entlohnung mit der Berücksichtigung beruflicher Erfahrung und bisher vollbrachter Leistungen sind beim Abschluss eines Arbeitsvertrages nicht nur für SporttherapeutInnen von immenser Bedeutung. Im öffentlichen Dienst wie beispielsweise in Kliniken erfolgte die Einstufung lange Jahre nach dem Bundesangestelltentarifvertrag (BAT), der mittlerweile durch den Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) abgelöst wurde. Auch in vielen vergleichbaren therapeutischen und medizinischen Einrichtungen orientierte sich die Bezahlung an dem BAT bzw TVöD.

Hat der BAT noch heute Gültigkeit? Wie geschieht eine Überleitung von alt auf neu und welche Bedeutung hat er für mich? Welche Schwerpunkte legt der neue TVöD und wie unterscheidet sich der alte von dem neuen Vertrag? Diese Fragen bewegen nicht nur die SporttherapeutInnen, die eine neue Arbeitsstelle antreten wollen.

Die Notwendigkeit eines grundsätzlich neuen Tarifvertrages hatte sich Ende der 90-er Jahre abgezeichnet. Danach liefen im Hintergrund die ersten Abstimmungsgespräche zwischen der öffentlichen Hand auf Bundesebene und den Gewerkschaften an. 2003 traten sie dann in ein konkretes Stadium. 2005 einigten sich der damalige Bundesinnenminister Otto Schily auf der einen und die Gewerkschaften um ver.di, GEW, GdP und dbb-tarifunion auf der anderen Seite dann über den TVöD. 2006 folgte dann als letzter Schritt ein Abkommen für die Länderbeschäftigten, das sich an dem TVöD orientierte.

Neben der angestrebten Vereinheitlichung erhielt der neue Tarifvertrag eine deutliche leistungsbezogene Komponente. Künftig sollen bis zu acht Prozent der Lohnsumme an die Leistung der Beschäftigten gekoppelt werden. Entsprechende Einzelheiten für die Bewertungskriterien der leistungsbezogenen Einstufung haben die Verhandlungspartner seit Anfang 2007 geregelt. Zweiter Kernpunkt ist die Orientierung des TVöD an Erfahrung und Ausbildung.

Seit 2005 sind dagegen die bisherigen familienbezogenen Faktoren wie Kinder- oder Verheiratetenzuschläge aus dem Einstufungssystem weggefallen. Auch die automatische Hochstufung nach Dienstalter wurde abgeschafft. Das reine Lebensalter spielt keine Rolle mehr, sondern nur die berufsbezogene Erfahrung.

Zudem werden das Weihnachts- und Urlaubsgeld als reduzierte Jahressonderzahlungen weiter geführt. Mit diesen Veränderungen wollten die Verhandlungspartner gewisse Eigenarten im öffentlichen Dienst abschaffen und eine stärkere Orientierung an privat-wirtschaftlichen Bezahlungen einführen. Noch befindet sich dieses System in einer Übergangsphase, denn viele Verträge wurden nach den alten Regelungen abgeschlossen.

 

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26.10.2007