unterschriftBevor eine Unterschrift unter einen Arbeitsvertrag geleistet wird, sollte sich jeder klar werden, was er da unterschreibt. Eine Pflicht für die Vertragspartner ist auf jeden Fall,  das Kleingedruckte unter die Lupe nehmen. Neben den Formalien, über die die Gültigkeit des Vertrags bestimmt wird, regeln diese Paragrafen den Inhalt und die Ausgestaltung des Arbeitsalltags.  Dinge wie Urlaub oder Arbeitszeiten sind für keine Seite eine Lappalie, und je klarer alles geregelt ist, umso wahrscheinlicher werden Streitigkeiten oder gar der Gang vor das Arbeitsgericht vermieden.

Eines der ersten Elemente in einem Arbeitsvertrag sollte sich mit der Regelung der täglichen Arbeitszeit und des monatlichen Umfangs beschäftigten. Hier wird durch das Arbeitszeitgesetz ein äußerer Rahmen für die durchschnittliche Länge der täglichen Arbeitszeit abgesteckt. Dieses Gesetz wurde harmonisiert mit den entsprechenden europäischen Rahmenrichtlinien und dient nach Angaben des Gesetzgebers dem Gesundheitsschutz und der Sicherheit der Arbeitnehmer. Über dieses Gesetz hinaus gehende Details unterliegen einer individuellen Regelung.

Als sehr hilfreich erweist sich auch eine genaue Arbeitsplatzbeschreibung. Je klarer ein Arbeitnehmer weiß, was ihn später erwartet, umso kleiner ist die Chance auf eine böse Überraschung. Vor allem kann er weisungsbedingt nicht zu anderen Dingen verpflichtet werden, zu denen er durch den Arbeitsvertrag gar nicht verpflichtet worden ist oder die nicht verabredet waren. Wird das Einsatzgebiet nicht über den Vertrag geregelt, bestimmt in der Regel das allgemeine Berufsbild die potenziellen Tätigkeiten.

Zwei Dinge sollte ein Arbeitsvertrag auf jedem Fall noch festlegen:  Die Höhe des finanziellen Entgelts und die Länge des Urlaubs. Bei der Festsetzung der Vergütung ist der Spielraum nach oben hin unermesslich, nach unten sind einige Grenzen gesetzt. Unterliegt der Arbeitgeber einer Tarifbindung, ergibt sich die Mindestbezahlung durch einen Blick in die tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die letzte Mindestgrenze wird durch den Begriff Lohnwucher definiert. Schon bei einer Bezahlung von 20 Prozent unter einem vergleichbaren Tariflohn wird teilweise davon gesprochen. Ganz klar trifft dieses nach der jetzigen Rechtssprechung zu, wenn weniger als 2/3 des vergleichbar üblichen Lohns überwiesen wird.

Im Urlaub soll sich der Arbeitnehmer von den Anstrengungen erholen, um wieder in den Besitz seiner vollen Arbeitskraft zu kommen. Der externe Rahmen wird wiederum durch ein Gesetz geklärt, das Bundesurlaubsgesetz. Danach stehen jedem abhängig Beschäftigten bei der 6-Tage-Woche 24 Urlaubstage und bei der 5-Tage-Woche 20 Urlaubstage im Jahr zu. Sonn- und Feiertage dürfen nicht eingerechnet werden. Alles darüber hinaus Gehende unterliegt dem Verhandlungsgeschick des Arbeitnehmers oder dem Tarifrecht/der Betriebsvereinbarung.

Als letztes ist die Klärung des Direktionsrechts von großer Bedeutung, landläufig unter dem Begriff Weisungsrecht bekannt. Ein Vorgesetzter darf einem Untergebenen innerhalb der Arbeit eine Anweisung erteilen. Dieser Anweisung muss Folge geleistet werden. Eine Nichtbeachtung kann arbeitsrechtliche Folgen haben, von der Abmahnung bis hin zur fristlosen Kündigung. Allerdings sind auch einer Weisung Grenzen gesteckt. Sie muss durch die Vereinbarungen im Arbeitsvertrag gedeckt sein. Ist dieses nicht der Fall, kann der Arbeitnehmer unter bestimmten Bedingungen die Ausführung verweigern. Sie dürfen ferner nicht sittenwidrig sein oder den Verstoß gegen ein Gesetz zur Folge haben (mehr hierzu).

 

20.12.2007