Durch gesellschafts- und gesundheitspolitische Veränderungen der Rahmenbedingungen entstehen für Berufe im Gesundheitssektor neue Herausforderungen und Anforderungen. Die Entwicklung der Gesellschaft hin zu einer Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft fordert auch vom Basisgeschäft des Gesundheitswesens die Erbringung persönlicher Dienstleistungen. Durch den demografischen Wandel,  das Ansteigen der chronischen Erkrankungen und die Zunahme von Multimorbidität geht es um eine Neuaufteilung der Aufgaben und Kompetenzen im Gesundheitswesen. Klar scheint, dass diese gesellschaftspolitischen Faktoren komplexere Anforderungen an die medizinische Versorgung stellen und sich die Medizinfachberufe den veränderten Qualifikationsanforderungen anpassen müssen.

Bei der Forderung nach Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Sozialkompetenz, methodische und kommunikative Fähigkeiten sowie Kenntnisse im Management- und Planungsbereich ist eine berufliche Erstausbildung ohne anschließende Fort- und Weiterbildung nicht mehr denkbar. Der DVGS vertritt seit 1983 fachlich und berufspolitisch die Qualitätssicherung und Professionalisierung der Sport- und Bewegungstherapeuten. Nach einem Ausbildungsabschluss zum Sportpädagogen und Sportwissenschaftler kann beim DVGS eine Fort- und Weiterbildung zum Sport- und Bewegungstherapeuten begonnen werden. Die qualitätsgesicherte und professionalisierte Fort- und Weiterbildungsstruktur des DVGS sorgt für Anerkennung und Transparenz auf dem dichten Ausbildungsfeld im Gesundheitswesen.

Der DVGS verfügt über ein gewachsenes, stabiles Verbindungsnetz mit den Säulen Konzeption durch erfahrene Therapeuten, Sportwissenschaftler und Projektentwickler, Durchführung durch die qualifizierten Sport- und Bewegungstherapeuten und der Säule Evaluation mit dem Partner an den Hochschulen. „Trat der Verband früher selbst als Veranstalter von Fort- und Weiterbildungskursen auf, so sieht er jetzt seine förderlichste Aufgabe darin, mit und für seine Partner Qualitätsraster zu erstellen und bei deren Umsetzung zu helfen.“, erklärt  der DVGS-Vorsitzende Dr. Martin Steinau die Position des Verbandes bei der Ausbildung von Sporttherapeuten.

Da die Anrechenbarkeit der erworbenen Qualifikationen ein Problemfeld darstellt, wird u.a. die bedarfsgerechte und zukunftsfähige Qualifizierung der Gesundheitsberufe bereits international diskutiert. Kontrovers betrachtet wird beispielsweise die Frage, ob alle Angehörigen der Gesundheitsberufe eine akademische Ausbildung benötigen? Der DVGS erfüllt in diesem Kontext schon seit 25 Jahren und damit seit seinem Bestehen mit einer dreijährigen akademischen Ausbildung die akademischen Kriterien u.a. in den Bereichen Konzeptionierung, Umsetzung und Evaluation. „Trotzdem gibt es sicherlich Berufe im Gesundheitssektor, wo eine akademische Ausbildung  nicht notwendig ist“, positioniert sich die DVGS-Geschäftsführerin Angelika Baldus. Ein weiteres Problemfeld eröffnet sich auch seit der Bologna-Resolution, die in Deutschland nicht stringent umgesetzt wird. Durch die Bologna-Resolution, durch die 2005 Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt wurden, verschwimmen die Grenzen der Hochschulabschlüsse immer mehr und es gibt keine Vernetzung und Abstimmung zwischen den Hochschulen.