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brigitta flatau 150Für Brigitta Flatau gehört es zu den großen Vorteilen der Selbstständigkeit, die Meßlatte für den Qualitätsanspruch selbst festlegen zu können. Denn Qualität, das ist für die 50-jährige Besitzerin des Gesundheitszentrums „medi train“ in Erlangen das Herzstück ihrer Erfolgsgeschichte. „Mir ist egal, ob einer meiner Mitarbeiter die 100 Meter in 12 Sekunden läuft“, meint sie. „Es kommt darauf an, dass er gut mit den Leuten umgehen kann. Eine gute Betreuung und Behandlung der Patienten – auch mit viel Zeit, das ist mir für unsere Arbeit sehr wichtig.“

Nach ihrem Studium an der Sporthochschule in Köln und einer ersten Anstellung als Sporttherapeutin in der Eifelhöhen-Klinik in Marmagen geht Brigitta Flatau mit ihrem Mann in die USA. Aus den geplanten zwei Jahren werden acht, in denen sie u.a im John F. Kennedy- Hospital in New Jersey arbeit. „Von dieser Zeit habe ich viel mitgenommen. Von der  Servicegesellschaft dort habe ich gelernt, wie wichtig die persönliche Ansprache der Patienten ist. Unsere Kunden bekommen auch ständig verbesserte und überarbeitete Trainingspläne.“, so Brigitta Flatau, die heute auch versucht, den ganz persönlichen Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht zu werden. „Eine Frau, die aus dem Schmerzzentrum zu uns kam, hatte den Traum, den Kilimandscharo zu besteigen. Sie hat unter anderem mit Rucksack und hoher Steigungseinstellung auf dem Laufband trainiert. Und sie hat es geschafft, wenn es auch eineinhalb Jahre gedauert hat.“

Von der normalen Krankengymnastik, Medizinischen Trainingstherapie über Präventionskurse bis zu speziellen Angeboten wie Rückenschule oder Seniorenkurse – Brigitta Flatau ist mit ihrem Institut „medi train“ breit aufgestellt. 1998 ging die bewegungsfreudige Sporttherapeutin in die Selbstständigkeit und nahm gemeinsam mit drei Sporttherapeuten ihre Arbeit auf. Heute ist das Team auf 20 Mitarbeiter angewachsen. Doch es gab auch schwierige Zeiten für die inzwischen schon 11 Jahre alte Erfolgsgeschichte. „Wir hatten nach ca. drei Jahren zum Bespiel einen schlimmen Wasserschaden. Wenn ich in diesem Fall keine gute Versicherung gehabt hätte, wäre ich pleite gewesen. Wir mussten fast einen Monat schließen und dann kam auch die Angst, ob alle Kunden wieder kommen“, erinnert sich Brigitta Flatau an einige durchwachte Nächte.

Die Hobbyseglerin ist überzeugt davon, dass ihr Job in Zukunft durch den demografischen Wandel und die Zunahme an Krankheiten, die durch Bewegungsmangel und Fehlernährung ausgelöst werden, immer mehr an Bedeutung zunehmen wird. Deshalb gibt sie sich nie mit dem Status Quo zufrieden und versucht, mit ihrem Team durch ständige Selbstüberprüfungen und Fortbildungen am Puls der Zeit zu bleiben. „ Den Menschen muss aber auch die eigene Gesundheit etwas wert sein, sie müssen Eigeninitiative übernehmen“, fordert sie. „Wir merken, dass das Berufsbild Sporttherapeut auch hin zum Lebensstilberater wandelt. Für manche Leute hier sind wir wie eine Heimat.“

Wenn Brigitta Flatau einen Rat an Berufseinsteiger hat, dann den, auch stark in die Entwicklung von sogenannten „soft skills“ wie Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit  zu investieren. Und sich durch eine umfassende Ausbildung zum Beispiel nicht nur in der Prävention sondern auch in der Rehabilitation zu qualifizieren. „Denn je breiter der Einsteiger aufgestellt ist, desto mehr Chancen bieten sich auch, angestellt zu werden.“, weiß Brigitta Flatau, die einst selbst eine Sporttherapie-Ausbildung im Bereich der Inneren Erkrankungen, der Orthopädie und Neurologie absolviert hat.