Inhalt

B&G 01/2016

1 Editorial

 Wissenschaft

4. Perinatale Programmierung und langfristiges Übergewichtsrisiko, K. Aue, U. Korsten-Reck
9. 9 +12 Gemeinsam gesund in Schwangerschaft und erstem Lebensjahr, C. Wäscher
12. Übergewichtsprävention in der frühen Kindheit – welchen Beitrag leisten Bewegungs- und Ernährungsverhalten?, K. Aue, E. Finne, J. Bucksch
17. Journal Club, M. Köppel, S. Peters

 

Praxis

20. Praxisnahe Empfehlungen für eine bewegte Schwangerschaft, C. Wäscher, L. Tonk
23. Praxisnahe Empfehlungen für die Bewegung von Mutter und Kind im ersten Lebensjahr, C. Wäscher

Recht

26. GEMA-Pflicht?, S. Fritz

Forum

28. Kongressbericht
29. Referate
31. Veranstaltungskalender
32. Forum der Industrie

35. DVGS– News

Editorial

Prof. Dr. Ulrike Ungerer-Röhrich

Liebe Leserinnen und Leser,
körperliche Aktivität und Bewegung zu unterstützen, heißt vor allem, die Freude an Bewegung zu fördern.
Das wissen Sie aus Ihrer beruflichen Praxis sicherlich nur zu gut! Wer von Kindesbeinen an lernt, wie viel Spaß ein bewegter Lebensstil macht, der wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch im Alter gerne und viel körperlich aktiv sein. Der frühzeitigen Prävention und vor allem der Gesundheitsförderung kommt also eine entscheidende Bedeutung zu.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur perinatalen Prägung weisen darauf hin, dass der Lebensstil bereits während der Schwangerschaft und der ersten Lebensjahre des Kindes entscheidenden Einfluss auf die gesundheitliche Entwicklung des Kindes hat. Nicht nur genetische Faktoren, sondern auch äußere Einflüsse wie Ernährung und Bewegung können den Stoffwechsel eines Kindes frühzeitig prägen und damit das lebenslange Risiko für die Entwicklung von Übergewicht, Adipositas und Zivilisationskrankheiten wie z. B. Diabetes mellitus Typ 2 maßgeblich beeinflussen.

Eine frühzeitige Beratung der Eltern zu den Themen Ernährung und Bewegung ist daher besonders wichtig – mit der Aussicht auf langfristige Erfolge. Denn eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige und ausreichende Bewegung der Mutter sind die besten Voraussetzungen für einen gesunden Start ins Leben. Bisher wird dieses Potenzial jedoch in den gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft und dem ersten Lebensjahr noch nicht angemessen berücksichtigt. Das vor kurzem in Kraft getretene Präventionsgesetz bietet nun eine gute Grundlage, Leistungen der Gesundheitsförderung und Primärprävention fest zu etablieren.

Dass die gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen einen idealen Zugang zu den jungen Familien bieten, belegen die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts: Mit 95,9 % der Mädchen und 97,5 % der Jungen im Alter von 0 bis 2 Jahren waren nahezu alle Kinder im Säuglingsalter mindestens einmal pro Jahr in einer kinder- und jugendärztlichen Praxis. Das zeigt uns, dass wir mit der festen Verankerung der Beratungen in den gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen nahezu alle werdenden und jungen Familien ansprechen könnten. Vor allem erreichen wir durch den niederschwelligen Zugang dieser Präventionsleistung auch Gruppen, für die eine besondere Unterstützung hilfreich ist und nicht nur Eltern, die ohnehin schon interessiert sind. Um dieses Vorhaben voranzutreiben, haben sich die IN FORM-Projekte „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“ und „9+12 Gemeinsam gesund in Schwangerschaft und erstem Lebensjahr“ gemeinsam mit den Berufsverbänden der Frauenärzte und der Kinder- und Jugendärzte zum „Bündnis Frühkindliche Prävention – gemeinsam vorsorgen“ zusammengeschlossen. Auf Seite 28 finden Sie einen kurzen Bericht über die Fachtagung „Früh kindliche Prävention“, die im September 2015 in Berlin stattfand und auf der sich das Bündnis erstmals der Fachöffentlichkeit vorstellte.

Mit diesem Heft möchten wir Ihnen neben dem wissenschaftlichen Hintergrund zum Thema perinatale Prägung auch für Ihren Berufsalltag praxisnahe Empfehlungen für eine bewegte Schwangerschaft und ein bewegtes erstes Lebensjahr bieten. Nicht zuletzt möchten wir Sie gewinnen, das „Bündnis Frühkindliche Prävention“ zu unterstützen und mit Ihrem Logo dafür einzutreten, dass die Themen Ernährung und Bewegung in Form von präventiven Beratungen fester Bestandteil in den gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen werden.

Mehr Informationen hierzu finden Sie unter www.pebonline.de

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!
Ihre Prof. Dr. Ulrike Ungerer-Röhrich
(Vorstandsvorsitzende peb)