Was ist Rehabilitationssport?

Rehasport wirkt mit den Mitteln des Sports und ganzheitlich auf den Menschen.

Rehabilitationssport fördert durch das gemeinsame Üben in einer festen Gruppe gruppendynamische Effekte. Es ist eine gesetzlich definierte Leistung, deren gesetzlicher Anspruch auf Rehasport sich in § 44 Abs. 1 Nr. 3 und 4 des SGB IX  begründet.

Rehasport ist auf Art und Schwere und den körperlichen Allgemeinzustand der Betroffenen abgestimmt und wird von qualifizierten Übungsleitungen (s. BAR-Tabelle „Qualifikationsanforderungen Übungsleiter/in Rehabilitationssport vom 01.01.2012) angeleitet.

Rehabilitationssportgruppen bedürfen der Anerkennung. Die Anerkennung erfolgt nach einheitlichen Kriterien (BAR Rahmenvereinbarung vom 01.01.2011).

Aktuell gültige Abrechnungsfähigkeiten:

  1. VDEK - aktualisierter Vertrag zum Rehabilitationssport seit 01.01.2012
  2. Knappschaft - bundesweite Vereinbarung zum Rehabilitationssport seit 13.03.2013 Bundesweite und landesweite Verhandlungen mit Primärkassen führten bisher zu folgendem Ergebnis:
  3. Vertrag zum Rehabilitationssport in NRW zum 01.05.2013
  4. Vertrag zum Rehabilitationssport in Sachsen zum 01.01.2014
  5. Vertrag zum Rehabilitationssport in Thüringen zum 01.01.2015
  6. Vertrag zum Rehabilitationssport in Sachsen-Anhalt zum 01.08.2015
  7. Vertrag zum Rehabilitationssport in Rheinland-Pfalz / Saarland zum 01.07.2015
  8. Vertrag zum Rehabilitationssport in Berlin zum 01.08.2015
  9. Vertrag zum Rehabilitationssport in Brandenburg zum 01.08.2015
  10. Abrechnungsfähigkeit im Bundesland Bayern:  zusätzlich zur Anerkennung durch den DVGS muss ein Antrag auf Anerkennung bei der Arbeitsgemeinschaft Rehabilitationssport in Bayern (ARGE Rehasport) gestellt werden. Nach Anerkennung ist die Abrechnung über eine Software / über ein Abrechnungszentrum u.a. mit den Primärkassen möglich.

Qualitätsinitiative Rehabilitationssport DVGS e.V.:

Bereits am 13.09.2013 hat sich der Qualitätszirkel Rehabilitationssport DVGS e.V. gegründet. Die Qualitätsinitiative tagt in der Regel ein- bis zweimal im Jahr. In dieser eintägigen Veranstaltung werden hier u.a. aktualisierte QM-Abläufe zum Rehabilitationssport mit den Anwesenden diskutiert und überarbeitet sowie über aktuelle Entwicklungen berichtet. Der DVGS möchte mit seinen Anbietern Entwicklungen im Rehabilitationssport und in der gesamten Versorgungskette gemeinsam gestalten.  

Datenbank Rehasport DVGS e.V.:

Die Datenbank DVGS e.V. bietet die Grundlage der Zusammenarbeit zwischen dem DVGS und seinen Mitgliedern/Institutionen, die gemäß der Rahmenvereinbarung für den Rehabilitationssport zertifiziert sind. Seit 01.01.2014 generiert der DVGS mit Hilfe der Datenbank Rehasport DVGS e.V. eine zeitnahe Übermittlung der Excel-Listen zu den Anbietern Rehasport DVGS an die Leistungsträger. Auch bei kleinsten Veränderungen in den dort gelisteten Rehabilitationssport-Kursen (z.B. Zeitfenster einer Rehabilitationssportgruppe verschiebt sich, Übungsleiterwechsel, etc.) erhalten alle Beteiligten umgehend aktuelle Informationen.

DVGS Rehaschulungstag

Der DVGS führt für seine neuen Anbieter einen eintägigen Schulungstag durch zur Einführung in die Abläufe und Handhabung der DVGS Rehasport-Datenbank.
Inhalte:

  • Was ist Rehabilitationssport?
  • Welche Richtlinien gibt es zu beachten? (BAR Rahmenvereinbarung und Qualifikationsanforderungen für Kursleitungen)
  • Abläufe zur Durchführung des Rehabilitationssportes
  • Einführung in die Handhabung der DVGS Rehasport Datenbank
  • Audit-Verfahren
  • Aktuelle Vergütungsvereinbarungen
  • Information zum Qualitätszirkel
  • Schnittstellen zu Disease-Management-Programmen und Prävention
  • Fragestellungen von den Anbietern.

Die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) hat am 01.01.2014 ihre Tätigkeit aufgenommen mit dem Ziel, bundesweit Anbieter von Kursangeboten der Primärprävention nach Qualitätskriterien zu sichten. Die Arbeit der Sachbearbeiter der ZPP folgt derzeit den Qualitätskriterien des neuen Leitfadens Prävention in der Fassung vom 10.12.2014. Diese Qualitätskriterien sind zunächst zur Sichtung und Zulassung von Kursangeboten obligat. Zur Berücksichtigung der Regelungen des neuen Leitfadens besteht bei der Zentralen Prüfstelle Prävention eine offizielle Übergangsfrist bis zum 15. Juli 2015.
Da auch weiterhin Anbieterqualifikationen bzw. Inhalte und Methoden in den Interpretationen unterschiedlich gehandhabt werden, steht der DVGS gerne seinen Mitgliedern zur Kommunikation und Kooperation mit der ZPP zur Verfügung.

NEU: Der DVGS kann nun als Fachverband Kurskonzepte bei der ZPP einstellen und zertifizieren lassen. Die Kursleiter können somit ein bereits geprüftes Kurskonzept für ihre individuelle Kursprüfung nutzen und das Prüfverfahren zügiger durchlaufen. Das bedeutet es müssen nicht wie bisher die Textbausteine bei der DVGS-Geschäftstelle angefragt, sondern Kurse können direkt auf Basis der DVGS-Konzepte bei der ZPP zertifiziert werden. Durch die neue Funktion entfallen Doppelprüfungen identischer Kurse und es ist eine höhere Standardisierung in der Prüfpraxis sichergestellt.

Folgende Kurse können Sie direkt auf Basis eines DVGS-Konzeptes erstellen:

DVGS Konzept DVGS Lizenz (gültig als Einweisung in das Programm)
Ausdauer-Basics – Ein Ausdauerprogramm zur Förderung der Herz-Kreislauffunktion (DVGS e.V.) Herz-Kreislauf Lizenz
Kardiologie Lizenz
Bescheinigung Ausdauer- Akademie DAK
Aqua Cardio - Herz-Fit durch Aquafitness - zertifizierter Kurs DVGS e.V. Aqua-Kursleiter Lizenz
Aqua Rücken - Rücken-Fit durch Aquafitness - zertifizierter Kurs DVGS e.V. Aqua-Kursleiter Lizenz
DVGS Konzept: Betrieb bewegt - Fit to go: modulare Rückenschule im Betrieb Rückenkursleiterlizenz und Teilnahmenachweis „Betrieb bewegt - Fit to go: modulare Rückenschule im Betrieb (DVGS e. V.)“ inkl. DAK-G-Programm “Fit am Arbeitsplatz”
Entspannungstraining – PMR ( DVGS e.V.) Entspannungsverfahren Lizenz
Entspannungstraining Taiji - zertifizierter Kurs DVGS e.V. Taijiquan Qigong Lizenz
Medical Nordic-Walking in der Prävention - zertifizierter Kurs DVGS e.V. Medical Nordic Walking Lizenz
Sturzprävention im Alter (DVGS e.V.) Sturzprävention Lizenz (zertifiziert ab dem 25.05.2016)*
Delta-Prinzip – Ein verhaltens- und gesundheitsorientiertes Bewegungsprogramm - Schwerpunkt Walking (DVGS e.V.) Sporttherapie bei Adipositas Lizenz (zertifiziert ab dem 20.05.2016)*
Neue Rückenschule - Neue aktive Wege (gemäß KddR) – zertifizierter Kurs DVGS e.V Rückenkursleiterlizenz (zertifiziert ab dem 26.04.2016)*
Bewegung und Sport zur Vorbeugung von Diabetes mellitus Typ 2-Ein Ausdauerprogramm zur Förderung d. Herz-Kreislauffunktion-Schwerpunkt Walking (DVGS e.V.) Sporttherapie bei Diabetes Mellitus Lizenz  (zertifiziert ab dem 27.07.2016)*
Prävention von Brustkrebs – Ein Bewegungsprogramm mit dem Schwerpunkt: Ganzkörperkräftigungstraining (DVGS e.V.) Sporttherapie in der Onkologie Lizenz (zertifiziert ab dem 31.10.2016)*

*Lizenzinhaber mit Ausstellungsdatum vor dem Zertifizierungsdatum bitte die Einweisung in das Neue Konzept beim DVGS anfordern

Weitere Kurse werden demnächst als DVGS-Konzept eingestellt.

Vorgehensweise für Anbieter von Präventionskursen DVGS e.V.  auf Basis bestehender DVGS e.V. Konzepte – mit gültiger Lizenz DVGS:

Loggen Sie sich auf der Seite der Zentralen Prüfstelle Prävention www.zentrale-pruefstelle-praevention.de ein. Gehen Sie auf Kurse hinzufügen. Klicken Sie unter „Möchten Sie einen Kurs auf Basis eines Konzeptes erstellen?“ auf den grünen Button „XX Konzepte verfügbar“. Geben Sie den Titel des DVGS Konzeptes, welches Sie als Kurs erstellen möchten, ein Bsp.: „Medical Nordic-Walking in der Prävention - zertifizierter Kurs DVGS e.V.“. Wählen Sie das Konzept aus und folgenden angegebenen Schritten. Bitte beachten: Als Einweisung in das Programm gilt eine entsprechende gültige DVGS-Lizenz!

Vorgehensweise für Anbieter von Präventionskursen DVGS e.V. – mit gültiger Lizenz DVGS:
Vorgehnsweise nur noch gültig für den Kurs „Betrieb bewegt – Fit to go“ und „Fit am Arbeitsplatz- DAK-G“

  1. Für die genannten Kurse/Kurskonzepte sind die Kursangaben (Seite 1 bei der ZPP) vollständig auszufüllen. Mitglieder DVGS e.V. mit gültigen Lizenzen können die Textbausteine per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!anfordern und demnächst auf der Mitglieder-Area (www.dvgs.de) unter DVGS-Projekte – ZPP herunterladen.
  2. Unter dem Upload-Feld der Grundqualifikation laden Sie dann Ihre Berufs- bzw. Studienurkunde (GQ) hoch.
  3. Unter dem Feld der Zusatzqualifikation ist die gültige DVGS-Lizenz (LZ) hochzuladen sowie ggf. zusätzlich die Teilnahmebescheinigung eines spezifischen Kurses (TNS) (z.B. Fit am Arbeitsplatz -DAK-Gesundheit).
  4. Unter dem Feld Methodenmanual reicht es aus, nochmals die DVGS-Lizenz oder die Teilnahmebescheinigung des spezifischen Kurses hochzuladen, da es sich um ein standardisiertes Kursprogramm handelt, welches im Rahmen der Lizenzfortbildung vermittelt wurde!
  5. Unter dem Feld Teilnehmermaterialien ebenso die Zusatzqualifikation oder die Teilnahmebescheinigung des spezifischen Kurses hochladen. Die Teilnehmer-materialien sind Bestandteil des jeweiligen Kursmanuals eines Lehrgangs (z.B. Buch „Rückengesundheit – neue aktive Wege gemäß KddR" im Lizenzlehrgang „Rückenschule DVGS").

Die Kursprogramme DVGS e.V. entsprechen den Vorgaben gemäß §§ 20 und 20b SGB V (Epidemiologische Begründung, Verhaltensorientierung, Ziele, Inhalte, Methodik, Evidenz, ICF-Orientierung).
An die Durchführung der Kursprogramme gebunden ist immer die entsprechende Anbieter-Qualifikation, verbunden mit der Einweisung in das standardisierte Kurs- bzw. Bewegungsprogramm. Der DVGS als Berufs- und Fachverband ist qualifizierende Institution gemäß gesetzlicher Vorgaben für Anbieterqualifikationen, d.h. im Rahmen des Lizenzierungswesens werden immer aktuelle Inhalte in entsprechendem Umfang geschult (siehe Curriculum DVGS e.V.).

Bitte achten Sie auf aktuelle Informationen zur ZPP und DVGS e.V. in unserem Newsletter und auf DVGS aktuell.

DEUTSCHER VERBAND FÜR
GESUNDHEITSSPORT UND SPORTTHERAPIE e.V.

Ina Refinger
-Projektmanagement Gesundheitsförderung/ Prävention/ BGM-

Strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Erkrankte – DVGS bietet qualitätsgesicherte Bewegungsprogramme an

Seit mehreren Jahren finanzieren die Gesetzlichen Krankenkassen ( GKV ) Patientenschulungsprogramme für

  • Brustkrebspatientinnen
  • KHK-Patienten/-innnen
  • Patient/-innen mit Diabetes mellitusTyp I und II
  • Patienten/-innen mit COPD
  • Adipositas liegt derzeit zumEntscheid im zuständigen Gemeinsamen Bundesauschuss ( G- BA ) vor.
Erstaunlich ist, dass bei allen Patientenschulungsprogrammen für diese Indikationen ( Bewegungsmangelkrankheiten ! ) Bewegung durch das Bundesversicherungsamt ( BVA ) nicht obligat vorgesehen ist.

Dieser Versorgungslücke haben sich der DVGS und die DAK Zentrale Hamburg federführend angenommen. Die Versorgung mit Bewegungsprogrammen soll in den kommenden Jahren flächendeckend ausgeweitet werden.

Bereits jetzt sind die bisher konzipierten und evaluierten Bewegungsprogramme als Zusatzprogramme zu DMP - Patientenschulungen für alle GKVn zur Verfügung gestellt. Weitere Bewegungsprogramme sind in Entwicklung.