Psychosoziales Modul in der Bewegungs- und Sporttherapie

Psychosoziales Modul in der Bewegungs- und Sporttherapie

In den letzten Jahren ist in der Prävention und Rehabilitation eine zunehmende Sensibilisierung für psychosomatische und somatopsychische Zusammenhänge zu beobachten. Insgesamt gilt, dass sich viele therapeutische Methoden künftig stärker an psychosomatischen Verständnismodellen orientieren werden.

Aktuelle Forschungsergebnisse – insbesondere aus den Neurowissenschaften – zeigen, dass für eine gelingende therapeutische Veränderung neben biologischen Faktoren vor allem auch störungs- und indikationsübergreifende psychologische Wirkmechanismen relevant sind, welche sich in der Sport- und Bewegungstherapie vorzüglich realisieren lassen.

Diese Veranstaltung vermittelt deshalb grundlegende psychosoziale Kenntnisse und Kompetenzen, die auf die bewegungs- und sporttherapeutische Praxis bezogen sind und die erfahrungsgemäß über die Möglichkeiten des Kompetenzerwerbs an Fachschulen und an Hochschulen hinaus gehen. Es werden Schlüsselkompetenzen für die Bewegungs- und Sporttherapie in Richtung psychosoziale Selbst- und PatientInnenwahrnehmung, Copingstrategien, sporttherapeutische Gestaltung gruppendynamischer Prozesse, Kommunikation und Verhaltensmodifikation gefördert.

Alle Inhalte werden intermedial vermittelt durch Vorträge, Diskussionen, Kleingruppenarbeit, Wahrnehmungsübungen und Praxisbeispiele.

Inhaltsübersicht:

  1. Neurobiologie des Erlebens und Verhaltens – Neurobiologie, Psychosomatik und Verhaltensmodifikation
  2. Konsistenz und Inkonsistenz der Grundbedürfnisse – Neurobiologische Regulation der Grundbedürfnisse – Schlussfolgerungen für die Bewegungs- und Sporttheraphie
  3. Motivation und Volition – Aufbau aktiver Coping-Strategien, Anwendung von Motivations- und Volitionsplänen in der Bewegungs- und Sporttherapie
  4. Neurobiologie der Stress-Entwicklung und der Stress-Regulation – Entstehung und Bedeutung von chronischem Stress – Zusammenhänge mit der Regulation der Grundbedürfnisse
  5. Stress, Schmerz, Angst, Depression, Burnout – Coping-Strategien für die PatientInnen zur Anwendung in der Bewegungs- und Sporttherapie und zur eigenen psychohygienischen Anwendung der Bewegungs- und SporttherapeutInnen
  6. Kommunikation und Gesprächsführung in der Bewegungs- und Sporttherapie – Reflexionen und Übungen zur Vertiefung einer klientenzentrierten Grundhaltung, des Aktiven Zuhörens und der Wahrnehmung und Gestaltung der kommunikativen Bezugsebene durch Strukturen der Transaktionsanalyse
  7. Arbeiten mit Gruppen und Gruppendynamik – ausgewählte Themen aus der Praxis der Bewegungs- und Sporttherapie
  8. Psychosoziale Kompetenzen für die Anwendung von Entspannungsverfahren (speziell PMR-Progressive
    Muskelrelaxation nach Jacobson) in der Bewegungs- und Sporttherapie – Vorbeugung und
    Bewältigung von schwierigen Situationen

Seit 2013 ist das Psychosoziale Modul aufgrund der gestiegenen Anforderungen an die Anbieterqualifikation in Gesundheitsberufen curricular obligat und damit Voraussetzung zum Erhalt von Zertifikaten „Sport- und Bewegungstherapie“. Obwohl die Inhalte des „Psychosozialen Moduls“ unabhängig sind vom pathologischen Schwerpunkt der gewählten Weiterbildung (Spezialisierungen Stufe III: Orthopädie / Rheumatologie / Traumatologie – ORT oder Innere Erkrankungen – IE oder Psychiatrie / Psychosomatik / Sucht – PPS) empfehlen wir die Teilnahme am „Psychosozialen Modul“ nach den Grundlagen und vor der Spezialisierung.


Im Lehrgang integriert ist die DVGS-Lizenz „Entspannungsverfahren“ (abrechnungsfähig gem. §§ 20 und 20 a SGB V).

ZPP-zertifiziert

Von 10.09.2017
Bis 11.09.2017

Kurs 4: 14.10.2017 bis 30.10.2017

1. Lehrabschnitt:
2. Lehrabschnitt:

14.10. – 16.10.2017
28.10. – 30.10.2017
Kursort: Therapiezentrum Bad Rappenau
Kurskosten:

698 € für DVGS-Mitglieder
898 € für Nichtmitglieder
zzgl. 80 € Lizenzerstellungsgebühr

Bildungsschecks und Prämiengutscheine werden anerkannt.

60 FP

Anmeldung: DVGS-Geschäftsstelle

+ Stundenprogramme ZPP

Anmeldung

AnmeldungPDF-Anmeldeformular

Von 29.10.2017
Bis 30.10.2017