Mehrwert Sporttherapie

Sport-/Bewegungstherapie ist Mehrwert und mehr wert. Sie ist mehrdimensional und verfolgt einen biopsychosozialen Ansatz.

Im demografischen Kontext steht der steigende Bedarf in der Rehabilitation und Pflege einem wachsenden Fachkräftemangel gegenüber. Das erhöht den flächendeckenden Bedarf an Sport-/Bewegungstherapie – und damit an Sport-/Bewegungstherapeuten. Sport-/Bewegungstherapie zeichnet sich dabei durch einen mehrdimensionalen Mehrwert aus.

Sport-/Bewegungstherapie ist eine biopsychosozial wirksame Intervention.

Sport-/Bewegungstherapie ist verankert bei allen Leistungsträgern der stationären und ambulanten Rehabilitation, in der Reha-Nachsorge, wohnortnah durch Selektivverträge und in der Prävention.

Die gesundheitspädagogischen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten der entsprechend qualifizierten Sport-/Bewegungstherapeuten befähigen zur spezifisch didaktisch-methodischen Intervention in Großgruppen (> 3 Teilnehmer). Die Gruppentherapie erlaubt die Differenzierung von zielorientierten Kleingruppen innerhalb der Großgruppe.

Sport-/Bewegungstherapie eignet sich daher für einen indikationsübergreifenden Zugang bei heterogenen Patientengruppen.

Gruppentherapie im indikationsübergreifenden Zugang erweist sich als gesundheitsökonomisch.

Beispiel:

In einer Bewegungseinheit für 15 Patienten mit Diabetes mellitus sind 4 Patienten mit Adipositas anwesend. Daher müssen Bewegungseinheiten feindifferenziert werden – entweder nach Belastungsdosierung (Geh- oder Laufeinheiten) und/oder nach Fähigkeit (z.B. um Bodenübungen durchführen zu können).

Gehtraining bei Hüft-TEP unterscheidet sich von Gehtraining bei Hüft-TEP mit Atemwegserkrankungen.

Sport-/Bewegungstherapie ist bei unterschiedlichen Leistungserbringern verortet. Dabei können unterschiedliche Einrichtungen bewegungsbezogene Interventionen für mehrfache Versorgungsbereiche anwenden.

Beispiel:

In einem ambulanten Rehazentrum können Sport-/Bewegungstherapeuten neben der Komplextherapie auch bei Versorgungsangeboten für die Reha-Nachsorge eingesetzt werden (IRENA, T-RENA, Rehasport und Funktionstraining). Zudem können Sport-/Bewegungstherapeuten die Durchführung von Selektivverträgen begleiten (z.B. Onkologische Trainingstherapie, Krebstherapie FPZ OnkoAktiv). Ergänzend kann der Einrichtungsbetreiber mit Sport-/Bewegungstherapeuten präventive Leistungen anbieten (individualisierte Leistungen in Zertifizierung durch die Zentrale Prüfstelle Prävention oder auch settingbezogene Leistungen – etwa in der Kommune, Kindergarten, Schule, Betrieb oder in Alten- und Pflege-Einrichtungen).

Das führt dazu, dass durch die Personalqualifikation des Sport-/Bewegungstherapeuten innerhalb einer Einrichtung verschiedenste Sektoren oder Zielgruppen versorgt werden können.

Beispiel:

Bei besonderem Bedarf kann ein Patient sport-/bewegungstherapeutische Programme begleitend oder nach der Komplextherapie innerhalb einer Einrichtung erhalten: so kann ein onkologischer Patient mit Funktionsbeeinträchtigung nach Komplextherapie einem T-RENA-Programm zugewiesen werden oder am Rehabilitationssport in Krebssportgruppen bzw. Großgelenksgruppen teilnehmen.

Denkbar ist auch während der Chemotherapie/Langzeittherapie eine begleitende Teilnahme an einem präventiven Kursangebot – z.B. zur Sturzprävention oder Entspannungsverfahren.

Der Leistungserbringer kann durch Sport-/Bewegungstherapie für verschiedene Träger Leistungen erbringen.

Sporttherapie ist Mehrwert und zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • gesundheitsökonomisch
  • indikationsübergreifend
  • einrichtungsübergreifend
  • sektorenübergreifend
  • trägerübergreifend
  • bundesweit flächendeckend