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Fachaustausch Bewegungstherapie der DRV Bund


Fachaustausch Bewegungstherapie der DRV Bund: Bewegungsförderung gemeinsam weiterdenken

Am 15. und 16. Oktober 2026 kamen in Berlin Erkner Bewegungsfachkräfte aus ganz Deutschland zum Fachaustausch Bewegungstherapie der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund) zusammen. Wir danken allen Teilnehmenden herzlich für ihre Anreise und ihr Engagement. Gerade die Vielfalt hat den Austausch bereichert und gezeigt, wie viel Gestaltungswillen in der Sport- und Bewegungstherapie der medizinischen Rehabilitation steckt.

Der Fachaustausch im Kontext der DRV

Der Fachaustausch Bewegungstherapie ist ein Veranstaltungsformat der DRV Bund, das im Rahmen ihrer therapeutischen Fortbildungen am Bildungszentrum Erkner stattfindet. Er bringt Praktikerinnen und Praktiker aus den Rehabilitationseinrichtungen mit der DRV zusammen und lebt vom fachlichen Dialog auf Augenhöhe. Anders als die große Fachtagung ist er auf den vertiefenden Austausch zu einem ausgewählten Thema angelegt. Er dient der DRV als Rückkopplung aus der Praxis und den Einrichtungen als Gelegenheit, Anforderungen und Konzepte gemeinsam mit dem Rehaträger wie Experten zu diskutieren.

Im Mittelpunkt: die Praxisempfehlungen zur Bewegungsförderung

Im Zentrum standen die Praxisempfehlungen zur Bewegungsförderung in der Bewegungstherapie in der medizinischen Rehabilitation der DRV. Sie wurden im Projekt Pro-BT partizipativ mit mehreren Stakeholdern entwickelt und werden derzeit im Projekt Stabeko in die Praxis überführt. Im Fachaustausch ging es vor allem um die Auseinandersetzung mit den Empfehlungen, um ihre Implementation und um den Austausch zu Barrieren und Förderfaktoren in den Einrichtungen.

Als Gastgeber und fachlicher Ansprechpartner der DRV Bund nahm Lukas Born eine besondere Rolle ein. Er führte durch die Veranstaltung und vertrat die Perspektive des Rehaträgers. Als geladene Experten ergänzten Eva Grüne, die das Projekt Stabeko an der FAU Erlangen-Nürnberg betreut, die wissenschaftliche Perspektive und Dr. Rene Streber die Perspektive des DVGS als Fachverband.

Der Beitrag des DVGS

Die Förderung der bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz ist ein Kernanliegen des DVGS. Diese beschreibt das Wissen, die Motivation und die praktischen Fähigkeiten eines Menschen, körperliche Aktivität sinnvoll in den Alltag zu integrieren, gesundheitsförderlich zu gestalten und langfristig beizubehalten. Diese Kompetenz entsteht nicht nebenbei, sondern muss gezielt angebahnt, begleitet und gefestigt werden. Der DVGS verfolgt dieses Anliegen deshalb nicht nur in der Rehabilitation, sondern in mehreren Versorgungsbereichen der bewegungsbezogenen Gesundheitsversorgung, von der Prävention und Gesundheitsförderung über die Rehabilitation bis hin zur Nachsorge und Pflege.

In den Fachaustausch brachte der DVGS seine Expertise zur bewegungsbezogenen Gesundheitsversorgung und seine fachlichen Standards zur Förderung der bewegungsbezogenen Gesundheitskompetenz ein. Neben der individuellen Ebene richtet er den Blick auch auf die organisationale Gesundheitskompetenz, denn Einrichtungen müssen Strukturen schaffen, die Befähigung ermöglichen.

Rückblick und zentrale Erkenntnisse

Die Praxisempfehlungen schaffen in Kombination mit der Katalog therapeutischer Leistungen, den Rahmenkonzepten, dem Praxisleitfaden Bewegungstherapie und den RTS einen Rahmen für das wichtige Ziel der Bewegungsförderung in der stationären wie ambulanten Rehabilitation der DRV.

Die zwei Tage zeigten eine hohe intrinsische Motivation und eine breite Anerkennung der Bedeutung des Themas. Bewegung gehört zu den wirksamsten Ressourcen, über die Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen verfügen. Für die medizinische Rehabilitation und vor allem für die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden ist die Bewegungsförderung deshalb ein wertvoller, unverzichtbarer Baustein. Sie ermöglicht es, die in der Rehabilitation erreichten Fortschritte zu sichern, Teilhabe zu stärken und Menschen zu befähigen, ihre Gesundheit im Alltag selbst aktiv mitzugestalten. Wie bedeutsam dieses Thema ist, spiegelte sich im Fachaustausch in der Haltung und dem Engagement aller Beteiligten wider.

Der Fachaustausch brachte darüber hinaus zentrale Erkenntnisse hervor:

Erstens bieten die Praxisempfehlungen eine Grundlage für die Entwicklung einrichtungsinterner Strukturen und Prozesse der Sport- und Bewegungstherapie. Sie lassen sich zugleich als Instrument zur Standortbestimmung nutzen: Wo stehen wir bereits gut da, und wo liegt konkreter Entwicklungsbedarf?

Zweitens wurde deutlich, dass gerade der Übergang von der Rehabilitationsphase in den Alltag eine Herausforderung für die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden darstellt. In der Rehabilitation finden sie ein strukturiertes, unterstützendes Umfeld mit festen Angeboten und professioneller Begleitung vor. Zu Hause müssen sie neu gelerntes Bewegungsverhalten ohne diese Rahmenbedingungen aufrechterhalten. Eine bewegungsförderliche Sport- und Bewegungstherapie bereitet daher von Beginn an auf diesen Transfer vor, indem sie bewegungsbezogene Gesundheitskompetenz aufbaut und Anknüpfungspunkte an Alltag und Nachsorge schafft.

Drittens wurde deutlich, dass die Rehabilitandin oder der Rehabilitand eine aktive Rolle einnimmt. Im Zentrum steht der Aufbau bewegungsbezogener Gesundheitskompetenz. Sie lässt sich nur im Zusammenspiel trainingswissenschaftlicher, didaktisch-pädagogischer und gesundheitspsychologischer Inhalte und Mechanismen wirksam adressieren.

Viertens ist Bewegungsförderung eine Teamleistung. Das interdisziplinäre Team erreicht das Rehabilitationsziel nur in multiprofessioneller Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Diese Zusammenarbeit muss sich in Strukturen und Prozessstandards ausdrücken, und zwar auf individueller Ebene, auf Teamebene und auf Einrichtungsebene. Nur dann wird im bewegungstherapeutischen und rehabilitativen Prozess systematisch und gemeinschaftlich an diesem Ziel gearbeitet.

Save the Date: 6. Fachtagung Bewegungstherapie

Der Austausch wird im nächsten Jahr fortgesetzt, und zwar gleich in zwei vor Ort-Formaten. Neben der 6. Fachtagung Bewegungstherapie, die am 4. und 5. Juni 2027 in Erkner stattfindet, wird es wieder einen Fachaustausch zu diesem Thema geben. Die Fachtagung steht unter dem Thema „Erkennen. Befähigen. Bewegen – Bewegungstherapie in der Rehabilitation gemeinsam weiterdenken“. Alle Informationen und die Anmeldung zur Fachtagung finden Sie auf der Seite zur Fachtagung. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und auf neue Impulse..

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Autor: Dr. Rene Streber ; Datum: 21.10.2026