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Die positiven Auswirkungen körperlicher Aktivität bei Arthrose

Arthrose – der fortschreitende Gelenkverschleiß – ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit und betrifft besonders Knie, Hüfte und Hände. Sie führt zu Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit und einer verminderten Lebensqualität. Noch immer halten viele Betroffene Bewegung für schädlich. Dabei zeigt die Wissenschaft: Aktiv bleiben ist eine der effektivsten nichtmedikamentösen Maßnahmen bei Arthrose [1].

Was passiert bei Arthrose?

Bei Arthrose verschleißt der Gelenkknorpel – die glatte Stoßdämpferschicht zwischen den Knochen. Dadurch geraten Knochen, Bänder und umliegende Strukturen stärker unter Druck, es entsteht Schmerz und Entzündung. Während eine Heilung des Knorpels derzeit nicht möglich ist, kann Bewegung den Verlauf günstig beeinflussen [2].

Warum Bewegung wichtig ist

🦵 Schmerzreduktion

Studien zeigen eindeutig: Regelmäßige Bewegung reduziert Schmerzen bei Arthrose-Patient*innen. Ein Cochrane-Review kommt zu dem Schluss, dass körperliches Training im Vergleich zu keiner Aktivität wahrscheinlich Schmerzen und Funktion verbessert – wenn auch die klinische Bedeutung der Effekte noch diskutiert wird [1].

Sport stimuliert die Muskulatur, die die Gelenke stabilisiert, und kann körpereigene schmerzlindernde Mechanismen aktivieren.

💪 Verbesserung von Kraft und Mobilität

Ein systematisches Review zeigt, dass sowohl Kraft- als auch aerobe Trainingsprogramme bei Kniearthrose die Muskelkraft sowie Schmerzen verbessern können. Besonders Programme mit 8–12 Wochen Dauer, 3–5 Trainingseinheiten pro Woche und je etwa 60 Minuten pro Einheit wirkten positiv [3]. Auch bei Arthrose der Handgelenke verbessert gezieltes Training kurzfristig Kraft und Funktion [4].

🏃 Mehr Lebensqualität und Alltagsfunktion

Bewegung verbessert nicht nur körperliche Parameter, sondern auch Alltagskompetenzen und Lebensqualität. Eine Analyse von über 200 Studien zeigt, dass besonders aerobe Trainingsformen wie Gehen, Radfahren oder Schwimmen zu besseren Ergebnissen bei Schmerzen, Gehfähigkeit und Lebensqualität führen als andere Trainingsformen [5].

❤️ Ganzheitliche Gesundheitsvorteile

Moderate körperliche Aktivität stärkt zusätzlich Herz-Kreislauf-Funktion, Stoffwechsel und das allgemeine Wohlbefinden – wichtige Faktoren, da Arthrose oft mit Übergewicht und anderen chronischen Erkrankungen einhergeht. Aerobes Training wie z. B. Walking oder Radfahren verbessert die Ausdauer und reduziert Schmerzen und Behinderung [6].

Wie sollte Bewegung bei Arthrose aussehen?

Empfohlene tägliche Aktivität

  • Mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, aufgeteilt in kleinere Einheiten (z. B. 30 Min fünfmal/Woche).
  • Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining ist ideal, da es Muskeln stärkt und die Gelenkfunktion unterstützt.
  • Bewegungstherapie unter Anleitung (Physiotherapie, Trainer*in) hilft, passende Übungen zu finden [1].

Sanfte Trainingsformen

  • Gehen/Walking
  • Schwimmen oder Wassergymnastik
  • Radfahren
  • Balancetraining (z. B. Yoga, Tai Chi)

Diese Formen belasten die Gelenke gering und verbessern gleichzeitig Kraft und Beweglichkeit [5].

Was solltest du vermeiden?

Übermäßige Stoßbelastungen und ruckartige Bewegungen (z. B. intensives Springen, langer Lauf auf hartem Untergrund) können Gelenkschmerzen verschlimmern. Doch völlige Schonung ist falsch – sie fördert Muskelabbau und Verschlechterung. Der Grundsatz lautet daher: Bewegen, aber mit Bedacht [2].

Zusammenfassung

  • Arthrose kann durch Bewegung nicht geheilt, aber deutlich besser kontrolliert werden.
  • Regelmäßige Aktivität lindert Schmerzen, verbessert Kraft, Mobilität und Lebensqualität.
  • Wissenschaftliche Reviews bestätigen die Wirksamkeit sowohl von aerober als auch von kraftbasierter Bewegung [1, 3].
  • Individuell angepasste Programme unter professioneller Anleitung sind besonders effektiv.

Auch wenn Arthrose eine chronische Gelenkerkrankung ist, heißt das nicht, dass Ruhe der beste Weg ist. Im Gegenteil: Bewegung ist ein zentraler Baustein jeder erfolgreichen Arthrose-Therapie – wissenschaftlich belegt, sicher und für viele Betroffene ein Schlüssel zu mehr Lebensqualität [1].

Literatur

[1] Lawford BJ, Hall M, Hinman RS et al. Exercise for osteoarthritis of the knee. Cochrane Database of Systematic Reviews 2024, Issue 12. Art. No.: CD004376. DOI: 10.1002/14651858.CD004376.pub4.

[2] Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V. „Sport und Bewegung ohne Belastung – die beste Therapie gegen Arthrose!“ Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse der Volkskrankheit. Im Internet: https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Mediencenter/Presseinformationen/Pressemappen/aktiv_ggn_rheumaschmerz/6_Neue_wissenschaftliche_Erkenntnisse.pdf?; Stand: 05.02.2026

[3] Raposo F, Ramos M, Lúcia Cruz. Effects of exercise on knee osteoarthritis: A systematic review. Musculoskeletal Care 2021; 19(4): 399-435. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33666347/

[4] Huang L, Zhang Z-Y, Gao M et al. The Effectiveness of Exercise-Based Rehabilitation in People With Hand Osteoarthritis: A Systematic Review With Meta-analysis. the journal of orthopaedic and sports physical therapy 2024; 54(7): 457-467

[5] Yan L, Li D, Xing D et al. Comparative efficacy and safety of exercise modalities in knee osteoarthritis: systematic review and network meta-analysis. BMJ 2025; 391: e085242. https://doi.org/10.1136/bmj-2025-085242

[6] Su S, YU C C-W, Zhou E F-M et al. Effect of aerobic exercise on cardiopulmonary fitness among people with knee osteoarthritis: a systematic review and meta-analysis. BMC Musculoskeletal disorders 2025; 3(26): 549.  DOI: 10.1186/s12891-025-08746-1