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Hybride Therapiemodelle bei Osteoporose

Was ist Osteoporose?

Osteoporose, der sogenannte Knochenschwund, ist eine Erkrankung des Skeletts, die mit einer verringerten Knochenmasse und einer Verschlechterung der Knochenstruktur einhergeht [1]. Die Knochen verlieren durch eine niedrige Knochendichte an Festigkeit und werden dadurch anfälliger für Brüche. Laut WHO zählt Osteoporose zu den zehn häufigsten Erkrankungen weltweit und ist mit 6 Millionen Betroffenen bundesweit eine der Volkskrankheiten [2] Deutschlands. Es ist eine Erscheinung, die allgemein mit zunehmendem Alter wahrscheinlicher wird. Zudem gibt es Risikogruppen, die häufiger und/oder mit einer höheren Wahrscheinlichkeit irgendwann einmal an Osteoporose erkranken. Grundsätzlich kann jeder, egal ob Männer oder Frauen, Osteoporose bekommen, wobei insbesondere postmenopausale Frauen eine sehr hohe Prävalenz haben, an Osteoporose zu erkranken, so sind 80 % aller Fälle Frauen [3].

Bei Frauen wird eine Osteoporoseerkrankung infolge der Menopause (Wechseljahre) wahrscheinlicher, aber auch bei Männern besteht ab einem Alter von 60 Jahren eine erhöhte Gefahr einer Osteoporose [4]. Natürliche Alterseffekte werden von hormonellen Veränderungen begleitet. Schon ab dem 30. Lebensjahr werden die Knochen langsam abgebaut. Läuft dieser degenerative Prozess in einem normalen Tempo ab, stellt dies in der Regel kein Problem dar. Im Zuge des medizinischen Fortschritts werden wir allerdings immer älter und kommen ohne Weiteres in ein Alter, in dem der Knochenabbau doch zum Problem werden kann. Besonders bei älteren Menschen kann Osteoporose zu Knochenbrüchen, zu weiteren gesundheitlichen Einschränkungen oder sogar zum Tod führen.

Hybride Therapiemodelle

Ein guter Ansatz in der Therapie von Osteoporose sind Hybride Therapiemodelle
aus apparativem Krafttraining, Sturzpräventionstraining und Online-Heimtraining. Dabei haben die verschiedenen Bestandteile unterschiedliche Ziele und Effekte:

  • Angeleitetes apparatives Krafttraining mit einem geringen Verletzungsrisiko führt evidenzbasiert zu Verbesserungen der Knochenstrukturen
  • Sturzpräventive Interventionen (Koordinations- und Ausdauertraining) können Muskelschwächen, Gleichgewichtsstörungen und Gangstörungen minimieren
  • Das begleitende Online-Training bietet den Patienten jederzeit flexible Zugangsmöglichkeiten zum Training. Dadurch ist es leicht in den Alltag integrierbar.

Das hybride Trainingsmodell zieht alle Vorteile aus der digitalen und der in Präsenz stattfindenden Therapieform und stellt somit eine allumfassende, individuelle und langfristig ausgelegte Therapie dar.

Literatur

[1] Hadji P, Klein S, Gothe H et al. The epidemiology of osteoporosis – Bone Evaluation Study (BEST): an analysis of routine health insurance data. Deutsches Ärzteblatt International 2013; 110(4): 52.
[2] Hernlund E, Svedbom A, Ivergård M, Compston J, Cooper C, Stenmark J, McCloskey EV, Jönsson B, Kanis JA. Osteoporosis in the European Union: medical management, epidemiology and economic burden. A report prepared in collaboration with the International Osteoporosis Foundation (IOF) and the European Federation of Pharmaceutical Industry Associations (EFPIA). Arch Osteoporos. 2013;8(1):136
[3] International Osteoporosis Foundation: Eastern European & Central Asian Regional Audit: Epidemiology, cost & burden of osteoporosis in 2010. Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über die 19. Änderung der DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL): Änderung der Anlage 2, Ergänzung der Anlage 19 (DMP Osteoporose) und der Anlage 20 (OsteoporoseDokumentation vom 16. Januar 2020); 2010
[4] Wade S, Strader C, Fitzpatrick L, Anthony M, O’Malley C. Estimating prevalence of osteoporosis: examples from industrialized countries. Archives of osteoporosis 2014;9:1-10