Interessantes aus Wissenschaft und Forschung

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 Journal Club

Rêgo ML, Cabral DA, Costa EC, Fontes EB (2019). Clinical Medicine Insights. Cardiology. Doi: 10.1177/1179546819839411.
Hier gehts zum Artikel: https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/1179546819839411

Zusammenfassung
(übersetzt aus dem Englischen, leicht gekürzt und modifiziert)
Bluthochdruck betrifft mehr als 40% der Erwachsenen weltweit und steht in Zusammenhang mit Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und anderen kardiovaskulären Erkrankungen. Es löst außerdem erwiesenermaßen schwere funktionelle und strukturelle Schäden im Gehirn aus, die zu kognitiven Einschränkungen und Demenz führen. Weiterhin wird angenommen, dass diese kognitiven Einschränkungen die mentale Fähigkeit negativ beeinflussen, die Produktivität in der Arbeit aufrechtzuerhalten, was letztlich zu sozialen und ökonomischen Problemen führt. Weil Bluthochdruck eine chronische Erkrankung ist, die klinischer Behandlung bedarf, werden Strategien benötigt mit weniger Nebeneffekten und geringer invasiven Prozeduren. Körperliches Training hat sich als ein effizientes und ergänzendes Tool im Bluthochdruck Management erwiesen und seine Vorzüge wurden weitreichend gestützt von entsprechenden Studien. Wenige Studien allerdings haben speziell die potenziell positiven Effekte körperlichen Trainings auf das Gehirn von Personen mit Bluthochdruck untersucht. Diese narrative Übersichtsarbeit (…) schlägt körperliches Training als wichtiges Mittel vor um kognitiven Schäden durch Bluthochdruck vorzubeugen oder diese zu verringern.

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Hintergrund

Krebserkrankungen stellen die zweithäufigste Todesursache in der westlichen Welt dar. Dennoch hat sich, dank verbesserter Therapien, die Mortalität vieler Entitäten trotz steigender Inzidenzraten kaum verändert1. Doch nicht nur die unmittelbare Wirksamkeit der drei tragenden Säulen der Krebstherapie - Chirurgie, Chemotherapie und Strahlentherapie - hat sich erhöht, sondern auch ihre Verträglichkeit2, was schließlich in einer höheren Adhärenz mündet. Die Erweiterung des therapeutischen Spektrums ist ein weiter Faktor, welcher die Effizienz der Krebstherapie begründet. Bei vielen Krebserkrankungen stellt die operative Entfernung des Primärtumors, ungeachtet ob vor oder nach einer weiteren Therapieform, die zentrale Therapiemaßnahme dar. Doch genau wie eine Chemotherapie, sind auch operative Eingriffe mit Nebenwirkungen assoziiert. Das Ausmaß dieser hängt dabei von der Schwere des Eingriffes sowie der betroffenen Körperregionen ab. Für Resektionen, wie sie im Falle gastrointestinaler Tumorerkrankungen notwendig sind, wird eine Komplikationsinzidenz von über 30% berichtet, welche mit längeren Krankenhausaufenthalten, verzögerter oder gar verringerter Genesungswahrscheinlichkeit einhergeht3-4-5-6-7. Ebenso kann sich auch der Einsatz einer adjuvanten, also auf die Operation folgenden Therapie durch die Komplikationen verzögern und stellt damit ein Risiko für die Krebstherapie selbst dar8.
Gerade bei großen Operationen sind Komplikationen auch mit einer Erhöhung des Versterberisikos verbunden9.

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Die Menschen bewegen sich zu wenig. Das ist ebenso alarmierend, wie wohl bekannt. 4 von 5 Erwachsenen in Deutschland sind weniger als 2,5 Stunden in der Woche körperlich aktiv [1]. Aktuelle Bewegungsempfehlungen sind freilich spezifischer und empfehlen z. B. auch 2 mal Krafttraining in der Woche [2]. Wieviel Deutsche dieser Empfehlung nachkommen ist unklar. Zwar ist Deutschland einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte zufolge der größte Fitnessmarkt Europas [3], aber genaue Zahlen für Teilnahme und Umfang des in der Bevölkerung durchgeführten Krafttrainings existieren hier nicht. In anderen westlichen Ländern haben diejenigen, die überhaupt Krafttraining machen, an der Bevölkerung einen Anteil zwischen 10 und 30% (zusammenfassend [4]). Die konkreten Empfehlungen erfüllen womöglich weniger Leute. In einer Studie von Loustalot et al. [5] aus den USA waren es nur 6% der Befragten, die den Krafttrainingsempfehlungen nachkamen.

Jan 26 2018
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von Maximilian Köppel

Ein sinnvolles Assessment ist integraler Bestandteil evidenzorientierten medizinischen und wissenschaftlichen Handelns. Dies begründet sich einerseits auf finanzieller Seite – lediglich Interventionen die eine quantifizierbare Wirkung besitzen sollten bezahlt werden, aber auch auf einer ethischen Seite – lediglich wirksame Interventionen sollten angewendet bzw. dem Patienten zugemutet werden. Diese Wirkung bezieht sich hierbei auf die Veränderung physiologischer Parameter, Konstrukten wie den motorischen Basisfähigkeiten (d.h. Kraft, Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit) oder psychologischen Konstrukten (z.B. Lebensqualität oder Depressivität). Um aber auch nur einen Bruchteil des Wesens, des Funktionsstatus oder der Persönlichkeit eines Menschen zu erfassen ist ein Testinstrument alleine meist nicht ausreichend, stattdessen werden Testbatterien oder –profile angewandt, welche die Grundlage für die Konzeption von Interventionen darstellen.

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Ausgangspunkt: Symptomatik nach dem Schlaganfall und die neuronale Plastizität

Der Schlaganfall ist ein folgenschweres Ereignis für das Leben der Betroffenen und statistisch die häufigste Ursache einer bleibenden Behinderung [1]. Pro Jahr ereignen sich ca. 196.000 erstmalige und 66.000 wiederholte zerebrale Insulte [2], wobei ca. 75% der Betroffenen überleben [3]. Die steigende Lebenserwartung als Merkmal des demografischen Wandels in unserer Gesellschaft führt zu einem höheren Patientenaufkommen und damit zu vermehrtem Rehabilitationsbedarf. Zu den charakteristischen, oftmals persistierenden Symptomen gehören eine gestörte Muskel- und Bewegungskontrolle, Schmerzen, Empfindungsstörungen sowie ein reduziertes Bewegungsausmaß in Verbindung mit erhöhtem Muskeltonus [4]. Nach dem zerebralen Insult ist bei ca. 50% der Patienten der Arm der betroffenen Körperhälfte nicht mehr funktionsfähig [5]. Die Einschränkungen der oberen Extremität wird von den betroffenen Patienten jedoch mit besonders weitreichenden und einschneidenden Konsequenzen erlebt [6]. Die Symptomatik führt zu einer eingeschränkten selbstständigen Verrichtung von Aufgaben des alltäglichen Lebens was sich auch negativ auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität auswirkt [4,7,8].

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Elektronisch unterstütztes Lernen (E-Learning) oder ein Mix aus virtuellem Lernen und nicht-virtuellem Lernen (als blended Learning beschrieben) bieten für die Aus- und Fortbildung in der Bewegungstherapie ganz neue Möglichkeiten und viele Vorteile. Teilnehmende können virtuell in eigenem Lerntempo lernen und das örtlich und zeitlich flexibel. Gleichzeitig kann man das Gelernte in der Praxis anwenden.

Dez 04 2017
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von Dr.Yorgi Mavros, PhD. Lecturer, University of Sydney
Twitter: @dryorgimavros
(Übersetzung: Isabel Schneider, M.A.)

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des British Journal of Sports Medicine. Der englischsprachige Originaltext ist im dortigen Blog erschienen:
http://blogs.bmj.com/bjsm/2017/11/27/resistance-training-underutilised-drug-available-everybodys-medicine-cabinet/?utm_campaign=shareaholic&utm_medium=twitter&utm_source=socialnetwork

Je älter wir werden, desto mehr verlieren wir an Muskelmasse, nämlich rund 1% pro Jahr. Noch schlimmer allerdings ist der Kraftabbau, der noch etwa dreimal schneller vonstatten geht1. Die Konsequenzen dieses Kraftverlustes sind gravierend, denn zwischen nachlassender Muskelkraft und einem steigenden Demenzrisiko2, einem grösseren Pflegebedarf und einer erhöhten Sterblichkeitsrate3 besteht ganz offensichtlich ein Zusammenhang. Sollten wir dies als gottgegeben hinnehmen, oder gibt es eine Möglichkeit, diesen Prozessen vorzubeugen, sie gar umzukehren oder den altersbedingten Abbau zumindest zu velangsamen?

Nov 15 2017
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Mit dem G-Weg® zurück in ein bewegtes Leben

Ein Sturz im Alter kann schwere Folgen haben - bis hin zur Isolation des Einzelnen. Gerade im Pflege- und Rehabereich wird deutlich, dass ein gezieltes Training Stürzen vorbeugen und dem Betroffenen helfen kann, seine Beweglich- und Selbstständigkeit zurück zu erlangen. Als ein neues, nachweislich effektives therapeutisches Hilfsmittel zur Sturzprophylaxe und Verbesserung des Gangbildes bei Senioren, Hochbetagten, Schlaganfall-Betroffenen und Menschen mit Demenz feierte der von Spomobil® e.V. entwickelte G-Weg® auf der Fachmesse für Rehabilitation, Pflege, Prävention und Integration 2014 (Rehacare) Premiere.

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Die Digitalisierung und Technologisierung der Arbeitswelt schreitet immer weiter voran. Häufig wird von den Mitarbeitern nicht einmal das von der WHO geforderte tägliche Mindestmaß von 30 Minuten mäßig intensiver Bewegung an fünf Tagen in der Woche erreicht (Höss-Jelten, Maier & Dolp 2014, S. 5).

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (2011) geht davon aus, dass alleine in Deutschland 17 Millionen Arbeitnehmer sitzende Tätigkeiten im Büro ausüben. Werden zusätzlich Arbeitnehmer aus der industriellen Fertigung sowie Lkw-, Bus- und Lokführer berücksichtigt, ist von ca. 22 Millionen Arbeitnehmern auszugehen, die sitzend arbeiten. Durchschnittlich verbringt ein Büroarbeiter im Laufe seines Berufslebens ca. 80.000 Stunden im Sitzen (BAUA 2011, S. 5).

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Originalpublikation

McGuckin T, Sealey R, Barnett F. Planning for sedentary behavior interventions: office workers` survey and focus group responses. Perspect Public Health. 2017; doi: 10.1177/1757913917698003
Abstract übersetzt aus dem Englischen, Kapitel „Ergebnisse“ ergänzt um Inhalte aus dem Artikel, von S. Peters

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