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Hintergrund

Entsprechend der Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation von 1,3 bzw. 0,6 Milliarden Fällen und deren Assoziation mit erhöhter Morbidität und Mortalität, gehören Übergewicht und Adipositas zu den wichtigsten Gesundheitsproblemen weltweit [1]. Dennoch existiert eine weitreichende Unsicherheit über die Generalisierbarkeit  der genannten Zusammenhänge, insbesondere über verschiedene Länder oder gar Kontinente hinweg. In der Fachzeitschrift The Lancet ist kürzlich eine MetaAnalyse der Global BMI Mortality Collaboration erschienen [2]. Hierzu haben sich über 500 Forscher aus 32 Ländern und 4 Kontinenten zusammengeschlossen, um in gemeinsamer Arbeit die Daten aus 239 prospektiven, zwischen 1970 und 2015 publizierten großen Kohortenstudien metaanalytisch zu untersuchen. Zentral war hierbei eine differenzierte Abbildung des Zusammenhanges zwischen BMI und Mortalität.

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Mit etwa 480 000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland [1] und nach aktuellen Schätzungen 220 000 Sterbefällen [2] stellen Krebserkrankungen die zweithäufigste Todesursache in westlichen Ländern, wie den USA [3] und Deutschland [4] dar. Dennoch zeigen gerade die epidemiologisch bedeutsamsten Entitäten wie Brust-, Darm-, und Prostatakrebs deutlich höhere Inzidenzraten als noch vor etwa vierzig Jahren, bei einer stagnierenden oder rückläufigen Mortalität [5]. Wo eine Reduktion der Mortalität erreicht wurde (wie z. B. bei Darmkrebs), kann dies als großer therapeutischer Erfolg gewertet werden. Was bleibt ist die immer noch hohe Anzahl an Neuerkrankungen. Ein Werkzeug der hohen Inzidenz zu begegnen ist die Veränderung spezifischer Lebensstilfaktoren hin zu einem verbesserten Gesundheitsverhalten. So schätzten beispielsweise Friedenreich und Kollegen [6], dass ca. 1/5 der bösartigen Neubildungen durch ein ausreichendes Maß an körperlicher Aktivität zu verhindern sind. Wie stark ein umfassend gesunder Lebensstil das Erkrankungs- sowie Versterberisiko senken kann, ist bislang jedoch noch nicht en Detail geklärt. In einer kürzlich von Song und Giovannucci [7] veröffentlichten Studie wurde eben dieser Lücke auf den Grund gegangen.

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Blogheader Rueckenschulen 960 x 540 px 06Blogheader Rueckenschulen 960 x 540 px 06„Tatort Wirbelsäule“, so betitelte die Wochenzeitung DIE ZEIT jüngst ein Interview mit Ärzten [1]. Thema, wie könnte es anders sein: Rückenschmerzen. Für das Interview wurden drei Ärzte verschiedener Fachrichtungen herangezogen: Ein Orthopäde, eine Psychosomatikerin und ein Chirurg. Die Interviewerinnen haben das Gespräch anonymisiert, wohl mit dem Vorsatz, dass umso offener gesprochen wird.

Kernthema des Interviews sind Mängel in der Rückenschmerzversorgung. Unter anderem wird angesprochen, dass oft zu leichtfertig operiert wird, bildgebende Diagnostik häufig überbewertet wird und dass multidisziplinäre Einschätzung benötigt wird.

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Hintergrund

uebergewichtuebergewichtIn den letzten Jahrzehnten hat die Übergewichts- und Adipositasprävalenz von Kindern und Jugendlichen derart zugenommen, dass in einigen westlichen Ländern inzwischen über 1/3 der Heranwachsenden davon betroffen sind [2]. Wie dies gesundheitlich zu bewerten ist, bzw. wie die kardiovaskuläre Sterblichkeit mit einem erhöhten Body-Mass-Index (BMI) im Jugendalter korreliert ist, haben Twig und Kollegen [3] in einem kürzlich im New England Journal of Medicine erschienenen Artikel dargelegt. Hierzu haben die Forscher den BMI von 2,3 Millionen israelischer Jugendlicher berechnet, die in den Jahren zwischen 1967 und 2010 mit einem Alter von 17 bis 19 Jahren für das Militär gemustert wurden. Anschließend wurden die bis 2011 in dieser Population aufgetretenen Todesfälle registriert und mit dem BMI in Relations gesetzt. Als Kontrollvariablen wurden zusätzlich das Geschlecht, der Bildungsstand, der soizioökonomische Status und das Herkunftsland der Personen berücksichtigt.

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Antwort auf eine Frage im Rahmen eines Online Kurses
der McGill Universität, Kanada („MOOC“ *): „Auf den Körper kommt es an“

von Dr. Julia Alleyne

Dr. Alleyne (Twitter account: @JKAlleyne) ist Fachärztin für Sportmedizin zu deren Erfahrungsschatz u. a. ihre Funktion als leitende Medizinerin für Kanada bei diversen olympischen Spielen, sowie bei den Panpazifischen Spielen 2015 gehört. Sie hatte zahlreiche führende Positionen in der kanadischen Akademie für Sport- und Bewegungsmedizin inne (Canadian Academy of Sport & Exercises Medicine "CASEM"), einer der Mitgliedsgesellschaften des BJSM (Anm.: British Journal of Sports Medicine). Ihre akademische Arbeit an der Universitiy of Toronto verbindet sie mit der Tätigkeit als Ärztin bei „Toronto Rehabilitation“.

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von Nash Anderson B.Sc M.Chiro und James Steele, PhD, Dozent für angewandte Sportwissenschaften an der Southampton Solent University

Neulich, in der ärztlichen Praxis, hörte Nash die tolle Aussage eines Patienten, der sagte: „Die Leute fragen mich, warum ich die ganze Zeit ins Fitnessstudio gehe. Sie fragen mich, wofür ich trainiere. Ich trainiere fürs Leben!“ Quintessenz dieser Unterhaltung war, dass wir, auch wenn wir durch „Wehwehchen“ eingebremst werden, in Schwung und aktiv bleiben müssen, um uns richtig wohl zu fühlen.

Es ist immer schön zu sehen, wenn Patienten verstehen, dass Bewegung fürs Leben ist. Um die Früchte zu ernten muss man kein Profisportler sein, oder sich auf ein bestimmtes Ereignis vorbereiten. Wenn diese Auffassung doch nur weiter verbreitet wäre!

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forschungforschungZur primärpräventiven Wirksamkeit von körperlicher Aktivität gegenüber Krebs liegen inzwischen verschiedene systematische Reviews inklusive Meta-Analysen von Beobachtungsstudien vor, die körperlicher Aktivität ein enormes Nutzenpotenzial zusprechen [1,2]. Etwas anders ist es um die Evidenz zur therapiebegleitenden Wirksamkeit von Bewegung bestellt. In Untersuchungen mit Mäusen sind Betof und Kollegen [3] solchen Effekten auf den Grund gegangen.

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Bluthochdruck ist ein enormes medizinisches Problem. Es ist ein starker Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Niereninsuffizienz [1] und ist sehr weit verbreitet. 28% der Deutschen geben an, eine bekannte Hypertonie zu haben [2]. Es sind wohl mehr, denn Bluthochdruck ist oft unerkannt. Schätzungen gehen daher von rund 30% der Frauen und 33% der Männer aus, die in Deutschland insgesamt betroffen sind [1].
“Hoher Blutdruck – Ein Thema für alle” schreibt das Robert Koch-Institut ([1], S.1). Zwar ist der Blutdruck Erwachsener in Deutschland zwischen 1997-1999 und 2008-2011 merklich gesunken [1], aber es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen: Bei mehr als 50% der über 65-Jährigen tritt Bluthochdruck auf [2] und diese Bevölkerungsgruppe wird im Rahmen der demographischen Entwicklung deutlich zunehmen. Weltweit wird eine massive zukünftige Zunahme von Bluthochdruck erwartet [3].

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Köppel, M. & Peters, S.
Die Senkung der Sterblichkeit durch körperliche Aktivität ist seit nunmehr 70 Jahren Gegenstand epidemiologischer Forschung und kann durch die konsistente Datenlage prinzipiell als gut gesichert angesehen werden [5]. Die bisherige Forschung hat jedoch ein zentrales methodisches Manko: die Subjektivität der erhobenen Daten. Epidemiologische Forschung bedarf großer Stichproben bis in den sechsstelligen Bereich [7,8]. Hierfür ist der Einsatz objektiver Messinstrumente zur körperlichen Aktivität sehr kostenintensiv und höchst aufwändig, weshalb bislang üblicherweise per Fragebogen gemessen wurde. Die körperliche Aktivität wird hier z. B. über METs definiert, dem Verhältnis von Arbeits- zu Ruheumsatz mit Bezug zum Körpergewicht (siehe z. B. „International Physical Activity Questionnaire, IPAQ“). Diese METs werden errechnet als Produkt des im Fragebogen berichteten Umfangs der körperlichen Aktivität und deren Intensität. Die subjektive Erfassung körperlicher Aktivität ist jedoch sehr ungenau, wie Helmerhorst et al. in einem systematischen Review zeigten [4]. Sie haben 96 Studien analysiert, welche von 130 verschiedenen Fragebögen die Testgüte hinsichtlich der Erfassung körperlicher Aktivität prüften. Nur 4 der Instrumente zeigten sowohl bei der Reliabilität, als auch bei der Validität akzeptable bis gute Werte. Außerdem schien es besonders schwer, bewegungsarme Zeiten („sedentary behaviour“) zu erfassen. Die Werte der Fragebögen stimmen hier offenbar nur gering mit objektiven Messverfahren überein [4].

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Schön wäre das, denkt sich Mancher. Erst jüngst habe ich einen Artikel gelesen, in dem in Bezug auf Diabetes mellitus die „Ersatzpille für Sport“ zu den „Zukunftsvisionen“ gezählt wurde (dvgs.de berichtete).
Pillen und/oder Nahrungsergänzungsmittel, so der Wunsch, sollten möglichst gesundheitliche Effekte auslösen, die ansonsten durch Bewegung herbeigeführt werden. Dann könnten wir uns die ganze schweißtreibende Aktivität sparen und müssten „nur“ eine Pille nehmen.

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Köppel, M. & Peters, S. Ach, die Evolution…
Entsprechend des darwinistischen Selektionsprinzips überleben jene Spezies, welche sich am effizientesten an die Widrigkeiten ihrer Umwelt anpassen können. Denkt man an das genetische Erbe des Menschen, das noch immer dem seiner steinzeitlichen Vorfahren gleicht, wird offensichtlich, dass die Bewegungsgewohnheiten des 21. Jahrhunderts nicht denen entsprechen, an welche sich der Homo Sapiens seinerzeit hat anpassen müssen (Booth & Lees, 2007). O'Keefe et al. (2010) kommen hierbei auf ein geschätztes heutiges Defizit hinsichtlich des Energieverbrauchs von etwa 600 kcal/Tag. Doch wie sah das Aktivitätsprofil des steinzeitlichen Jägers aus? Es ist anzunehmen, dass hier ein Aktivitätscocktail zu finden war, welcher aus Phasen ausdauernden nomadischen Wanderns bestand, gespickt mit intermittierendem, hochintensiven Jagden und Kämpfen. Wenn man aus Letzterem heutzutage eine Trainingsform ableiten würde, also z. B. intensives Intervalltraining, wie könnte das genau aussehen und wie ist es um die Gesundheitswirkungen bestellt?

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Some time ago, I delivered an obesity prevention course. When the group and I discussed the opportunities for physical activity (PA) in our everyday lives, there was a participant, who spoke up. She almost literally said this: „So all you’re saying is that we should make ourselves less comfortable“. I immediately recognized that she was right and I hadn’t thought about it that way or in that phrasing.

Jul 10 2015
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Der Gesundheitsnutzen von Bewegung bei Kindern ist unbestritten, aber viele Kinder sind nicht körperlich aktiv genug. In England z. B. erfüllen ca. 2 von 10 Kinder im Alter zwischen 5 und 15 Jahren die dortigen Empfehlungen für körperliche Aktivität nicht (die Empfehlung wäre jeden Tag mindestens eine Stunde moderate bis intensive körperliche Aktivität [1]):
PA PrevalencePA Prevalence

Jun 15 2015
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Erst wenn sie „auf dem Zahnfleisch gehen“ suchen Männer einen Arzt auf. So lautet die These eines jüngst auf www.welt.de erschienenen Artikels [1]. Darin werden Untersuchungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aufgeführt, wonach Männer gleich in mehrerer Hinsicht ein Risikoverhalten an den Tag legen, das sich gewaschen hat. Der Artikel merkt weiterhin an, dass Frauen oft die treibende Kraft sind, wenn es darum geht, dass Männer gesundheitlich die Kurve kriegen.

Jun 05 2015
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Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen hat die städtische Infrastruktur so manches Hindernis parat. Treppen ohne Aufzug, Gehwege, die manchmal schmal oder in schlechtem Zustand sind oder auch manchmal nicht vorhanden sind und Gebäude die mit Rollstuhl kaum zugänglich, lassen sich hier aufführen, um nur einige Herausforderungen zu nennen. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang das Vorhandensein von Rampen auf bzw. Einschnitte im Bordstein thematisiert [1,2].

Wenn die Infrastruktur bzw. die Umwelt nicht bewegungsfreundlich ist für Personen mit Mobilitätseinschränkungen, dann kann das nicht nur eine massive Barriere gegenüber körperlicher Aktivität sein, sondern auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben stark einschränken.

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Trish Livingston, Deakin University

Prostate cancer is the most commonly diagnosed male cancer in Australia, with around 20,000 cases detected each year.

Depending on the type of treatment, many men living with prostate cancer are confronted with significant changes in their body composition. These can lead to generalised muscle weakness, fatigue and depression. This can make exercising difficult, particularly if it wasn’t part of their routine before diagnosis.

Androgen deprivation therapy or hormone therapy is commonly prescribed to reduce levels of male hormones, such as testosterone, to prevent the spread of prostate cancer.

Mai 08 2015
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Tim Olds, University of South Australia

Obesity researchers have been in a tug-of-war for decades now — is obesity really that bad for us, or isn’t it? Is it getting worse or better? Is it a matter for individual choice or collective action? And in the past week, there’s been a new offensive in the obesity wars.

The authors of a rather incendiary editorial published in the British Journal of Sports Medicine started this round with the claim that the main cause of obesity was overeating, particularly eating too much refined carbohydrate. And, they added, physical activity plays little, if any role.

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Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks zählt heutzutage, auch bei Jüngeren, zu einem Routineeingriff. Alleine 2010 waren es in Deutschland 210.000 künstliche Hüftgelenke, die implantiert wurden [1].

Bewegung und Sport gehören bei bestehendem Gelenkersatz genauso zu einem gesunden Lebensstil, wie vor der Operation, da ist sich die Fachwelt einig. „Allerdings sollten die Patienten mit dem behandelnden Orthopäden besprechen, welche Sportarten geeignet sind", rät ein Artikel im Ärzteblatt [2]. Es ist nicht die Frage nach dem „ob", sondern nach dem „was", an der sich die Geister scheiden. Was für eine Empfehlung werden Gesundheitsfachleute wie der oben angesprochene Orthopäde allerdings geben?